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Windows Live® Suchergebnisse AlgarveEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Algarve, historische Provinz im Süden Portugals, an der Küste des Atlantischen Ozeans und des Golfs von Cádiz, die den Distrikt Faro umfasst.
Landschaftlich ist die Algarve überaus vielgestaltig. Der Norden wird von Berg- und Hügelland (Alto-Algarve) geprägt, das in der Serra de Monchique eine maximale Höhe von 902 Metern erreicht. Nach Süden wird das Gelände niedriger (Baixo-Algarve) und senkt sich allmählich zur 10 bis 20 Kilometer breiten Küstenebene (Beiramar) ab. Die Küste ist durch den Wechsel von bis ans Meer reichenden, zum Teil bizarren Felsen und lang gestreckten Sandstränden überaus vielfältig. Viele Höhlen und vorgelagerte Klippenformationen tragen zum landschaftlichen Reiz der Algarve bei, die ein beliebtes Reiseziel für Touristen ist. Die Gebirgsumrahmung im Norden schützt die Algarve vor Kaltlufteinbrüchen der Iberischen Halbinsel. Die Winter sind mild, die Sommer heiß und trocken. Sommerliche Hitze wird vor allem im Westen durch stetige Winde gemildert. Die Jahresniederschläge betragen 400 bis 600 Millimeter, der überwiegende Teil des Niederschlags fällt im Spätherbst und im Winter.
Haupteinnahmequelle ist der Fremdenverkehr. Die Häfen von Portimão und anderen Städten werden von Sardinen- und Thunfischfangflotten angelaufen, und die Verarbeitung von Fisch stellt einen wichtigen Industriezweig dar. Ein weiterer bedeutender Produktionszweig ist die Korkverarbeitung. Auch die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle, vor allem in den Küstenebenen. Angebaut werden Getreide, Obst, Oliven und Wein. Darüber hinaus erwirtschaften auch Baumkulturen (vor allem Mandel- und Johannisbrotbäume) nennenswerte Erträge. Politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Algarve ist Faro, die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Sie verfügt auch über einen internationalen Flughafen.
Die natürliche Abgrenzung im Norden führte dazu, dass die Entwicklung der Region nicht zu allen Zeiten der umliegender Gebiete entsprach. Seit jeher wirkte die Algarve aufgrund ihres milden Klimas und der Fruchtbarkeit ihrer Böden anziehend. Der schon früh einsetzende rege Handel basierte vor allem auf der hohen Produktivität im Agrarsektor. Die Algarve war nacheinander von Phöniziern, Griechen, Karthagern, Westgoten und Römern besetzt und wurde zu Beginn des 8. Jahrhunderts von Arabern eingenommen. Die Region markierte den westlichsten Teil des islamischen Reiches und wurde deshalb von den Mauren Al-Gharb (der Westen) genannt. Von dieser Bezeichnung leitete sich ihr späterer Name ab. Die Architektur zahlreicher Gebäude sowie ganzer Stadtviertel spiegelt den ausgeprägten maurischen Einfluss auf die Entwicklung der Algarve wider. Alfons III. eroberte die Algarve 1250/51 für Portugal und unterstellte sie der portugiesischen Krone. Die Algarve ist bekannt für ihre Seefahrertradition, die sich aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Atlantischen Ozean sowie wegen der bedeutenden Fischfangflotten entwickelte. Die Tradition geht auch auf die im 15. Jahrhundert von Heinrich dem Seefahrer in Sagres gegründete Seefahrerschule zurück. In diesem Ort wurde der Segelschiffstyp der Karavelle entworfen, der für zahlreiche Entdeckungsfahrten diente.
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