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Martti Ahtisaari

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Martti AhtisaariMartti Ahtisaari

Martti Ahtisaari (*1937), finnischer Diplomat und Politiker, Staatspräsident von Finnland (1994-2000).

Martti Oiva Kalevi Ahtisaari wurde am 23. Juni 1937 in Viipuri/Karelien (heute Wyborg/Russland) geboren. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Grundschullehrer, ehe er 1965 die Diplomatenlaufbahn einschlug. Von 1973 bis 1976 vertrat er sein Land als Botschafter in Tansania. Zwischen 1977 und 1986 sowie in den Jahren 1989 und 1990 überwachte er im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) Namibias Übergang in die Unabhängigkeit; von 1987 bis 1991 war er außerdem stellvertretender Generalsekretär der UNO.

1991 kehrte Ahtisaari als Staatssekretär im Außenministerium in seine Heimat zurück und bereitete den Beitritt Finnlands zur Europäischen Union (EU) mit vor. 1992 wurde Ahtisaari von der UNO mit der Leitung der Arbeitsgruppe Bosnien der Jugoslawien-Konferenz betraut. Am 6. Februar 1994 wurde Ahtisaari schließlich als Nachfolger von Mauno Koivisto zum finnischen Staatspräsidenten gewählt. Im Mai/Juni 1999 vermittelte er im Auftrag der EU im Kosovo-Konflikt und erreichte im Zusammenwirken mit dem russischen Vermittler Wiktor Tschernomyrdin ein Einlenken des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosević und die Annahme des G-8-Friedensplanes für den Kosovo durch Jugoslawien. 2000 verzichtete Ahtisaari auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit als Staatspräsident; seine Nachfolge trat am 1. März 2000 die bisherige Außenministerin, die Sozialdemokratin Tarja Halonen, an. Im Juni 2000 wurde Ahtisaari für seinen Einsatz im Kosovo-Konflikt mit dem Hessischen Friedenspreis ausgezeichnet.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt bewährte sich Ahtisaari erneut auf internationaler Ebene als Vermittler: Im Mai 2000 wurde er (neben Cyril Ramaphosa, dem ehemaligen Generalsekretär des ANC) zu einem der beiden unabhängigen Inspektoren bestimmt, die regelmäßig die Waffenlager der IRA überprüfen sollten. In dieser Funktion spielte Ahtisaari eine wichtige Rolle als vertrauensbildende Instanz im sensiblen Friedensprozess in Nordirland (siehe Stormont-Abkommen). Im Juli 2000 ernannte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Ahtisaari zu einem der drei „Weisen”, die im Auftrag der EU die politische Situation, insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte, in Österreich beurteilen sollten. Die EU hatte in Reaktion auf die Beteiligung der rechtspopulistischen FPÖ an der Regierung Sanktionen gegen Österreich verhängt; der Bericht der „Weisen” führte im September 2000 zur Aufhebung der Sanktionen. Im April 2002 wurde Ahtisaari von UN-Generalsekretär Kofi Annan zum Leiter der UN-Mission berufen, die die Vorgänge im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin untersuchen sollte. Berichten zufolge sollte die israelische Armee im Zuge der Besetzung der palästinensischen Autonomiegebiete in Jenin ein Massaker begangen haben. Die Durchführung der Mission scheiterte jedoch am Widerspruch der israelischen Regierung. Ab Januar 2005 leitete Ahtisaari in Helsinki die Verhandlungen, die den seit fast drei Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen der indonesischen Regierung und den Rebellen der Befreiungsorganisation GAM der Provinz Aceh beenden sollten und am 15. August 2005 in der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen den Konfliktparteien mündeten. Und im November 2005 ernannte ihn Annan zum Leiter der Gespräche über den künftigen Status des seit 1999 von den Vereinten Nationen verwalteten Kosovo.

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