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    Allgemeinbildung bezeichnet die Formung und Entwicklung der allen Menschen gemeinsamen Personalität in ihrer geistigen und damit vor allem ethischen und ästhetischen Dimension.

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Allgemeinbildung

Enzyklopädieartikel

Allgemeinbildung, grundlegende Bildungsinhalte, die ein Schulsystem in möglichst weiten Bevölkerungskreisen verbreiten und verankern soll.

Es gibt diverse Versuche, einen Kanon von Fächern und Inhalten festzulegen, der die Grundlage aller schulischen Ausbildungen darstellen soll. Die meisten gründen sich auf pädagogische Ansätze des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Damals wurden, teilweise unter dem Einfluss der Französischen Revolution, neue Ideen der menschlichen Natur, des menschlichen Zusammenlebens und der Erziehung entwickelt und erprobt.

Drei Hauptideen prägten diese Epoche: 1. Die Ideen der umfassenden Menschenbildung anstatt bloßer Vorbereitung auf einen Beruf oder eine gesellschaftliche Rolle bzw. Position. Vertreter dieser Denkrichtung sind beispielsweise Jean-Jacques Rousseau und Johann Heinrich Pestalozzi. 2. Vor Beginn des 19. Jahrhunderts waren Bildung und Erziehung vor allem Aufgaben der Kirchen und der Stände. Nach der Jahrhundertwende wurden sie zunehmend als öffentliche und staatliche Aufgaben angesehen. Johann Gottlieb Fichte unterschied erstmals zwischen „Nation” und „Staat”. Wilhelm von Humboldt legte die Grundlagen des heutigen Bildungsbegriffs, indem er forderte, dass der Staat die Aufgabe der Allgemeinbildung übernehmen solle, während er die Berufsbildung den Ständen zu überlassen habe. Unter Allgemeinbildung verstand er vor allem eine an der klassischen Antike ausgerichtete Bildung in Rhetorik, Philosophie und Literatur. 3. Eine dritte Strömung erweiterte die Pädagogik um praktische Ansätze und löste sie so vom bloßen Theoretisieren: Friedrich Schleiermacher und Johann Friedrich Herbart konkretisierten die Allgemeinbildung und legten ihre philosophischen und wissenschaftlichen Inhalte fest.

Im Anschluss an die traditionelle Unterscheidung von materialer und formaler Bildung beschäftigt sich die heutige Diskussion vor allem mit der Frage, ob angesichts der ständig wachsenden Flut technisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse und des gesellschaftlichen Pluralismus noch allgemein gültige und dauerhafte Inhalte festgelegt werden können oder ob allgemein bildende Schulen, wie Haupt-, Realschulen und Gymnasien, sich stärker auf die Vermittlung von Grundfertigkeiten und allgemeiner Lernfähigkeit konzentrieren sollten. Begriffe wie Schlüsselqualifikationen oder personale Kompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz u. a. finden daher in die Debatte um eine adäquate allgemeine Bildung in modernen Gesellschaften Eingang.

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