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    Carl Amery, eigentlich Christian Anton Mayer (* 9. April 1922 in München; † 24. Mai 2005 ebd.), war ein deutscher Schriftsteller und Umweltaktivist.

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    Geboren am 9. April 1922 in München. Studium der Neuphilologie sowie der Literaturtheorie und -kritik in München und Washington. Mitglied der Gruppe 47, von 1989 bis 1991 ...

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Carl Amery

Enzyklopädieartikel

Carl Amery, eigentlich Christian Anton Mayer, (1922-2005), deutscher Schriftsteller und Publizist. In seinen gesellschaftskritischen Essays, Hörspielen und Romanen diagnostizierte er eine grundlegende Krise der westlichen Zivilisation. In den siebziger Jahren avancierte er zum Vordenker der Ökologiebewegung.

Amery wurde am 9. April 1922 als Sohn eines Historikers und Hochschulprofessors in München geboren und wuchs in Freising in einem streng katholischen Umfeld auf. Er besuchte humanistische Gymnasien in Freising und Passau und wurde nach dem Abitur zum Kriegsdienst eingezogen. Zwischen 1940 und 1943 war er in amerikanischer Gefangenschaft, die er in den USA verbrachte. Nach dem 2. Weltkrieg studierte Amery Neue Sprachen und Literatur in München und an der Catholic University of America in Washington D.C. Ab 1950 war er als freier Schriftsteller tätig, und er debütierte mit dem gesellschaftskritischen Roman Der Wettbewerb (1954). Zur Gruppe 47 stieß er 1954. In den Jahren 1967 bis 1971 war er Direktor der Städtischen Bibliotheken in München; 1976 wurde er für ein Jahr Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller, und von 1989 bis 1991 fungierte er als Präsident des PEN-Zentrums der Bundesrepublik. Er wurde u. a. mit dem Friedrich-Märker-Preis für Essayistik (1989), dem Literaturpreis der Stadt München (1991) und dem Wilhelm-Hoegner-Preis (1997) ausgezeichnet. Amery starb am 24. Mai 2005 in München.

Nachdem er mit dem satirischen Roman Die große deutsche Tour (1958) hervorgetreten war, wurde Amery 1963 mit der Polemik Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute als Vertreter eines kritischen Katholizismus bekannt. Es folgten weitere Streitschriften wie Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums (1972) und Natur als Politik. Die ökologische Chance des Menschen (1976), in denen er sich gegen die Zerstörung der Umwelt und den Raubbau an der Natur wandte. In den siebziger Jahren widmete sich Amery, ein engagierter, radikaler Vertreter aufklärerisch-kritischen Denkens, verstärkt ökologischen Fragen: Mit seiner Forderung nach einem „ökologischen Materialismus” avancierte er zum Vorreiter der Umweltbewegung, und er zählte zu den Mitbegründern der Partei Die Grünen.

Neben Hörspielen und dem Theaterstück Ich stehe zur Verfügung (1967) schrieb Amery auch zeitkritische, geistreiche Sciencefictionromane, in denen er negative Utopien entwarf, darunter Das Königsprojekt (1974) und Der Untergang der Stadt Passau (1975). Sein origineller, von barocker Fabulierlust geprägter Roman Die Wallfahrer (1986) bedient sich des Motivs der Pilgerreise und beschreibt in mehreren Episoden aus verschiedenen historischen Epochen eine Endzeitvision, in der disparate narrative Elemente zu einer Einheit gefügt sind. Seine ironisch-humorvollen Prosawerke, die von Kulturpessimismus und Zivilisationskritik getragen sind, schildern eine Welt, in der sich das Verhängnis menschlichen Handelns immer aufs Neue wiederholt.

Weitere Werke Amerys sind An den Feuern der Leyermark (1979), Leb wohl geliebtes Volk der Bayern (1980), Die starke Position oder Ganz normale MAMUS (1985), Das Geheimnis der Krypta (1990), Global Exit (2002) und Briefe an den Reichtum (2005).

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