Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Anthroposophie", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Anthroposophie

Windows Live® Suchergebnisse

  • Anthroposophie – Wikipedia

    Als Anthroposophie (von griech. anthropos, Mensch, und sophia, Weisheit) wird heute eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, weltweit vertretene spirituelle ...

  • Anthroposophie im Internet - Willkommen

    Verzeichnis von anthroposophischen Datenquellen im Internet, Textsammlung mit einigen Werken Steiners, Veranstaltungen und Links. Chat und Foren.

  • Startseite

    Die Seiten der Landesgesellschaft informieren Veranstaltungen und Adressen zur Anthroposophie in Deutschland.

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Anthroposophie

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Rudolf SteinerRudolf Steiner

Anthroposophie (griechisch ánthropos: Mensch; sophía: Weisheit), von Rudolf Steiner begründete Lehre, die danach strebt, die Erkenntnisfähigkeiten des Menschen zu entwickeln und zur Erkenntnis des Geistigen in Welt und Mensch zu führen. Die Anthroposophie nahm Einfluss auf Pädagogik, Landwirtschaft und Medizin.

Der Begriff Anthroposophie geht auf Ignaz P. V. Troxler zurück, der in seiner Naturlehre des menschlichen Erkennens oder Metaphysik (1828) eine auf die Ganzheit der Natur gerichtete Lehre des menschlichen Erkennens vorstellte. Diese wurde von Steiners Wiener Universitätslehrer Robert Zimmermann in seiner 1882 publizierten Schrift Anthroposophie im Umriss. Entwurf eines Systems idealer Weltansicht auf realistischer Grundlage weiterentwickelt. Als geistige Bewegung begann die Anthroposophie mit einem Vortrag Steiners 1895 über die „Philosophie der Freiheit”. Steiner stand in enger Verbindung mit der Theosophie und war anfänglich Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, die von Helena Petrowna Blavatsky gegründet worden war und sich um eine Verbindung von westlicher und östlicher Mystik bemühte. Er distanzierte sich jedoch später von ihr und gründete im Februar 1913 die Anthroposophische Gesellschaft. Steiner setzte dem modernen rationalistischen Weltbild seiner Zeit die Betonung der Gefühlswelt entgegen und lehrte die Dreigliedrigkeit von Geist, Seele und Leib, wobei er die Seele ihrerseits wiederum in Vorstellen, Fühlen und Wollen unterteilte. Steiners spätere Sinneslehre wirkte insbesondere auf die an sinnlicher Erfahrung orientierte Pädagogik der Waldorfschulen. Das spezifisch Menschliche sieht Steiner in der schöpferischen Freiheit des Menschen. Dabei vereinigt er Elemente des deutschen Idealismus mit dem Goethe’schen Weltbild.

1913 begann unter Mitwirkung vieler Künstler, u. a. der englischen Bildhauerin Edith Maryon, in Dornach bei Basel (das dann auch Hauptwohnsitz von Steiner wurde) der Bau des Goetheanums, eines an organisch-runden Formen orientierten, hölzernen Kuppelbaues, welcher der anthroposophischen Bewegung als Veranstaltungsraum für Konzerte und Theateraufführungen dienen sollte. In der Silvesternacht 1922/23 brannte das Goetheanum ab. Es wurde – aus Beton – wieder aufgebaut (siehe Kunst und Architektur des Expressionismus).

Auf dem Gebiet der Bewegungskunst und -therapie hat die Anthroposophie die Lehre von der Eurhythmie geprägt, wobei es um die Aktivierung der Lebenskräfte und ihre Darstellung geht. Dabei werden u. a. Inhalte des Sprechens durch körperliche Bewegung und Gestik nachgebildet, damit das Gesprochene gewissermaßen auch gesehen und begriffen werden kann. Entscheidenden Einfluss auf die Heilpädagogik übte die anthroposophische Eurhythmie der Russin Tatiana Kisseleff aus.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte die anthroposophische Bewegung durch den Erfolg der Waldorf-Pädagogik. 1919 trat Emil Molt, Leiter der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria, zusammen mit dem Ingenieur Carl Unger an Steiner heran, um in Stuttgart eine Schule nach den musisch-schöpferischen Idealen der Anthroposophie zu errichten. Die anfänglich sehr streng ausgerichtete Pädagogik erhielt großen Zulauf.

Langfristige Wirkungen hatte die anthroposophische Bewegung auch im Bereich der Medizin. 1921 wurden auf Initiative der Ärztin Ita Wegmann bei Basel und Stuttgart zwei anthroposophische Kliniken eröffnet, wobei zum einen die individuellen geistig-psychischen Krankheitsgeschichten mitberücksichtigt werden sollten (Psychosomatik), zum anderen die auf Naturbasis hergestellten Heilmittel der späteren Pharmafirma Weleda AG eingesetzt wurden. Gleichzeitig führte die Anthroposophie die Homöopathie weiter, die von Samuel Hahnemann begründet worden war. Das anthroposophische Ideal der Harmonie von Natur und Geist führte zur Entwicklung einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Weniger erfolgreich war Steiner mit seinen sozialen Ideen, welche die Versöhnung von Arbeitern und Unternehmern zum Ziel hatten.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft