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Windows Live® Suchergebnisse Arbeiter- und SoldatenräteEnzyklopädieartikel
Arbeiter- und Soldatenräte, Vertretungen von revolutionären Arbeitern bzw. Soldaten, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem in Russland und Deutschland bildeten. Die ersten Arbeiter- und Soldatenräte entstanden unter dem Einfluss Trotzkijs und Lenins während der 1. Russischen Revolution (1905). Im Revolutionsjahr 1917 konstituierten sich überall in Russland erneut Arbeiter- und Soldatenräte, die nach der Oktoberrevolution von den Bolschewiki zu Organen umgewandelt wurden, denen die Gesetzgebung und Verwaltung oblag. In Deutschland entstanden Arbeiter- und Soldatenräte im Zuge der revolutionären Umwälzungen von 1918/19. Die Bildung der Räte erfolgte spontan vor Ort ohne zentrale Steuerung. Hinsichtlich ihrer politischen Ziele unterschieden sich die deutschen Arbeiter- und Soldatenräte zunächst deutlich von den russischen. Anders als diese lehnten sie die Bildung eines staatstragenden Rätesystems nach russischem Vorbild ab. Die deutschen Arbeiter- und Soldatenräte sahen ihre Aufgabe vor allem in der Bewältigung der Probleme des Alltags, die infolge des verlorenen Krieges entstanden waren: Sie organisierten die Lebensmittelversorgung, übernahmen die soziale Fürsorge und wickelten die Demobilisierung der heimkehrenden Soldaten ab. Als sich Anfang 1919 keine tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen abzeichneten, wie dies vor allem die Arbeiter gehofft hatten, trat eine Radikalisierung der Räte ein. Nunmehr strebte man offen die Bildung eines Rätesystems anstelle parlamentarischer Institutionen an. Im ganzen Deutschen Reich kam es zu Unruhen, verschiedentlich entstanden regional begrenzte Räterepubliken (Bremen, München). Durch militärische und politische Maßnahmen gelang es der Reichsregierung jedoch, den Arbeiter- und Soldatenräten die Existenzgrundlage zu entziehen. Etwa Mitte 1919 stellten die letzten Arbeiter- und Soldatenräte ihre Tätigkeit ein.
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