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Bayerischer Wald

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Großer ArberseeGroßer Arbersee

Bayerischer Wald, waldreiches Mittelgebirge im Osten Bayerns.

Der Bayerische Wald erstreckt sich vom Donautal zwischen Regensburg und Passau im Süden bis zur Cham-Further-Senke im Norden. Über die Kammlage des Gebirges verläuft die Grenze zur Tschechischen Republik. Im Nordosten geht der Bayerische Wald auf seiner ganzen Länge in den Böhmerwald über, im Nordwesten in den Oberpfälzer Wald. Der Pfahl, ein etwa 150 Kilometer langer und bis zu 100 Meter breiter Quarzgang, unterteilt das Gebirge in den nordöstlich gelegenen Hinteren Bayerischen Wald und den Vorderen Bayerischen Wald im Südwesten. Der Bayerische Wald bildet die Wasserscheide zwischen Donau und Moldau.

Zusammen mit dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald baut der Bayerische Wald den Südwestrand der Böhmischen Masse auf, eine geologische Einheit Mitteleuropas, die aus einem Grundgebirge aus metamorphen Sedimenten des Präkambriums (Gneis) und Graniten sowie einem Deckgebirge aus paläozoischen Sedimenten besteht. Gebirgsbildungen mit Metamorphose und Intrusionen von Graniten fanden an der Wende Präkambrium/Kambrium und vor allem während des Variszikums mit Höhepunkt im Karbon statt. Der Pfahl (siehe oben) ist eine Scherzone, die variszisch angelegt ist und sich im Tertiär mit Quarz füllte. In den höheren Lagen des Bayerischen Waldes finden sich Reste der pleistozänen Vereisung, vor allem Moränenreste und Karseen (u. a. Arbersee, Rachelsee).

Der in der Nähe der Donau gelegene Vordere Bayerische Wald ist ein welliges Bergland, das nur selten Höhen von 1 000 Metern überschreitet, und in dem nur noch die höchsten Teile und steilere Hänge dicht bewaldet sind. Hier herrschen Ackerbau und Wiesen vor. Zu den höchsten Erhebungen gehören hier der Einödriegel mit 1 121 Metern, der Breitenauriegel mit 1 114 Metern, der Hirschenstein mit 1 095 Metern und der Brotjacklriegel mit 1 016 Metern. Der Hintere Bayerische Wald erreicht mit dem Großen Arber (1 456 Meter) bei Bayerisch Eisenstein an der Grenze zu Tschechien seine größte Höhe. Weitere bedeutende Erhebungen sind der Große Rachel mit 1 453 Metern und der Dreisesselberg mit 1 332 Metern. Im Hinteren Bayerischen Wald macht ein zum Teil noch urwaldartig erhaltener Hochwald aus Buchen, Tannen und Fichten den besonderen landschaftlichen Reiz aus. Hier liegt der 1970 gegründete Nationalpark Bayerischer Wald, der älteste Nationalpark Deutschlands, der sich über eine Fläche von 240 Quadratkilometern erstreckt. Für das seit dem Hochmittelalter besiedelte Gebiet stellen Forst- und Holzwirtschaft sowie Glasindustrie wichtige Erwerbszweige dar. Der bedeutendste Wirtschaftsfaktor der landschaftlich schön gelegenen und zum Teil „schneesicheren” Orte ist der Fremdenverkehr.

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