Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Bon

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Bon

Enzyklopädieartikel

Bon, ursprüngliche Religion der Tibeter. Die Bon-Religion, die deutliche Parallelen zu den animistischen und schamanistischen Glaubensformen sibirischer, mongolischer oder turkstämmiger Völker aufweist, existierte in Tibet bereits lange vor dem ersten Kontakt mit dem Buddhismus. Sie versteht die Welt als ein dreigliedriges System aus Himmel, Luft und Erde, bewohnt und beseelt von zahlreichen Geistern. Besonders ausgeprägt sind daher die Opferriten, bei denen die Gläubigen neben Tieren in der Frühzeit vermutlich auch Menschen darbrachten, sowie der Totenkult. Dabei stehen die höchsten Lehrer und Meister, die gShen, die sich durch Tanz und Rauschmittel in einen Zustand der Ekstase versetzen, um in Trance die Toten in die Unterwelt zu begleiten, ganz in der Tradition des Schamanismus. Die Bon-Mythologie macht den tibetischen Herrscher zu einem Nachkommen der Himmelsgeister: So soll der erste König der Tibeter über die neun Stufen des Himmels zur Erde hinuntergestiegen sein, um von dort aus zu regieren. Als der Buddhismus im 8. Jahrhundert nach Tibet vordrang, drohte die Bon-Religion, und mit ihr der herrschende Adel, an Bedeutung zu verlieren. Um gegen den neuen Glauben bestehen zu können, holten die Bon-po – so der Name der Bon-Anhänger – Geistliche aus Gebieten, in denen die Bon-Religion bereits Einflüsse des Buddhismus und Hinduismus erfahren hatte. Auf diese Weise erhielt sie eine neue Gestalt, die u. a. in den nun entstehenden literarischen Werken zum Ausdruck kam. Erst jetzt begann man, eine in Anlehnung an Buddhas Lebenslauf konstruierte Figur, gShen-rab, als Stifter zu verehren. Bis heute lebt der Glaube im Wesentlichen unverändert vor allem im Norden und Westen Tibets fort.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft