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Mario Botta

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Mario Botta (*1943), Schweizer Architekt. Er ist der führende Vertreter der Tessiner Schule in der Architektur, der er zu Weltbeachtung verhalf.

Botta wurde am 1. April 1943 in Mendrisio (Kanton Tessin) geboren. Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner studierte er von 1964 bis 1969 in Venedig Architektur. Schon während des Studiums arbeitete er bei Projekten prominenter Architekten mit, so bei Le Corbusier (1965) und Louis I. Kahn (1969). 1970 machte er sich in Lugano selbständig. Botta ist ein Vertreter der neuen Tessiner Architektur, die sich seit Mitte der sechziger Jahre in der Schweiz entwickelt hat. Sie setzt bewusst die klare Geometrie der Architektur in Kontrast zur natürlichen Landschaft, unter Aufnahme regionaler Bautraditionen. Botta arbeitet dabei oft mit massiven Baumaterialien, wodurch seine Bauten einfach und archaisch wirken; zu Markenzeichen seiner rationalistisch-schlichten Formensprache wurden elegante Symmetrie, ein ausgeklügelter Kontrast von eckigen und runden Formen sowie eine raffinierte Lichtregie.

Bekannt wurde Botta durch zahlreiche Familienhäuser, die er im Tessin baute, z. B. in Riva San Vitale (1973) und in Stabio (1980). Diese Häuser bilden autonome, nach außen geschlossene Kuben aus grauem Kalksandstein oder Backsteinmauerwerk, bei denen die Fensteröffnungen sehr konzentriert angeordnet sind. Neben städtischen Großbauten wie Banken, Bibliotheken, Geschäfts- und Verwaltungshäusern (viele davon in Lugano) errichtete Botta ab den neunziger Jahren einige Aufsehen erregende Museumsbauten: Spektakulär war sein Museum für zeitgenössische Kunst in Tokyo („Watari-um”, 1990), dem als Baugrund nur ein Dreieck von 24 × 17 × 17 Metern zur Verfügung stand; weltweite Aufmerksamkeit erhielt auch das 1995 fertig gestellte Museum für moderne Kunst in San Francisco (SFMOMA), das bald als neues Wahrzeichen der Stadt galt. Der Architekt, der sich postmodernen Strömungen innerhalb der Architektur stets verweigerte, schuf auch einige viel beachtete Sakralbauten, so die Kathedrale von Évry bei Paris (1995), die am Monte Tamaro auf etwa 1 500 Meter Höhe gelegene Kapelle Santa Maria degli Angeli oberhalb Luganos (1995) und die Cymbalista-Synagoge in Tel Aviv (1998).

Weitere Bauwerke Bottas sind das Tinguely-Museum in Basel (1996), die neue Stadt- und Landesbibliothek in Dortmund (1999), das Centre Friedrich Dürrenmatt in Neuchâtel (2000), das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Rovereto/Südtirol (2002) und das unterirdische Musée Bodmer in Cologny bei Genf, das eine der bedeutendsten und umfangreichsten Privatbibliotheken der Welt beherbergt (2003). Zu einem umstrittenen Politikum wurde Bottas umfangreiche Innensanierung des Mailänder Opernhauses La Scala (2004). Neben seinem architektonischen Schaffen ist Botta auch als Professor an der Eidgenössischen Hochschule in Lausanne (seit 1983) sowie als Designer tätig (u. a. für die Firma Alessi).

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