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Brandrodungsfeldbau

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BrandrodungBrandrodung

Brandrodungsfeldbau, ein hauptsächlich in den feuchten Tropen verbreitetes traditionelles System der Landnutzung, das den Wanderfeldbau mit der Wechselwirtschaft verbindet.

Im Unterschied zum Daueranbau auf einzelnen Parzellen werden dabei nach einem gewissen Zeitraum die bewirtschafteten Flächen und oft auch die dazugehörenden Siedlungen verlegt. Bei der mit dem tropischen Wanderfeldbau (englisch shifting cultivation) in der Regel verknüpften Feld-Wald-Wechselwirtschaft wechselt die Nutzungsart vom Feld- oder Gartenbau zu einer extensiven Waldnutzung bzw. Waldbrache. Die Anbauperioden beschränken sich meist auf nur wenige Jahre. Sie sind daher wesentlich kürzer als die Perioden, in denen die zuvor bewirtschafteten Flächen sich selbst überlassen werden. Die Waldbrache erstreckt sich durchschnittlich auf etwa zehn Jahre. Anschließend wird das Land wieder als Agrarland genutzt.

Für den Anbau werden die ausgewählten, häufig weniger als 0,5 Hektar großen Flächen durch Brandrodung vorbereitet: Mit Hackmessern, Äxten und Sägen wird die Waldvegetation gerodet, nur die größten Bäume bleiben stehen. Anschließend zündet man das Holz an; es verbrennt und liefert nährstoffhaltige Asche. Nur ausnahmsweise wird der Boden zusätzlich gedüngt, um die Ernteerträge der meist in Mischkulturen und für den Eigenbedarf angebauten Pflanzen zu erhöhen. Die Erträge gehen daher nach kurzer Zeit drastisch zurück, vom ersten zum zweiten Anbaujahr um bis zu 30 Prozent. Spätestens nach vier Jahren liefert der Brandrodungsfeldbau nur noch geringe Erträge, so dass ein Ortswechsel unausweichlich ist.

Hauptursachen der rapiden Ertragsminderung sind die in der Regel geringen Nährstoffvorräte tropischer Böden, die bei hohen Niederschlägen rasche Auswaschung und die Unterbrechung des natürlichen Nährstoffkreislaufs durch den Export von Biomasse in Form von Erntefrüchten. Aufgrund der Brachezeit, in der sich die Waldvegetation regeneriert und der natürliche Nährstoffkreislauf wieder schließt, ist der Brandrodungsfeldbau an das Ökosystem der feuchten Tropen gut angepasst. Ungünstig wirkt sich jedoch der große Flächenbedarf (etwa 25 bis 40 Hektar für eine vom Landbau lebende Durchschnittsfamilie) aus, denn mit wachsender Bevölkerungsdichte müssen die Bracheperioden verkürzt werden; zudem kommt es zu Umweltschäden. Die für die Umweltverträglichkeit des Brandrodungsfeldbaus kritische Bevölkerungsdichte liegt gewöhnlich bei weniger als 40 Einwohnern je Quadratkilometer.

Die Waldvegetation, die sich in den Brachejahren auf den nicht bewirtschafteten Flächen einstellt, ist eine gegenüber der natürlichen Pflanzengemeinschaft oft stark verarmte Ersatzgesellschaft. Bei extremer Bodenerschöpfung breiten sich auf den Flächen Farne und harte Gräser aus, die nicht einmal mehr als Viehfutter geeignet sind. Neben der Nährstoffverarmung kommt es in den Anbauperioden häufig zu Bodenerosion. Die Brandrodung selbst belastet die Atmosphäre mit großen Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. Nicht selten geraten die Feuer außer Kontrolle, denn für die Brandrodung wählt man in der Regel die Trockenzeiten. Dann entstehen zuweilen riesige Flächenbrände mit dichten Rauchwolken.

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