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Arnolt Bronnen

Enzyklopädieartikel

Arnolt Bronnen, eigentlich Arnold Bronner, (1895-1959), österreichischer Schriftsteller. Gemeinsam mit dem jungen Bertolt Brecht war er einer der provokantesten Dramatiker im Umfeld des literarischen Expressionismus. Er war der Vater der Schriftstellerin Barbara Bronnen (*1938), die sich im Roman Die Tochter (1980) kritisch mit ihm auseinandersetzte.

Bronnen wurde am 19. August 1895 als Sohn eines Schriftstellers in Wien geboren. Nach einem begonnenen Philosophie- und Jurastudium nahm er am 1. Weltkrieg teil. Danach übersiedelte Bronnen nach Berlin. Die Aufführung seines expressionistischen Dramas Vatermord (1920) mit Regieanweisungen von Brecht provozierte einen Theaterskandal und machte seinen Autor mit einem Schlag berühmt. Es folgten weitere gemeinsame Projekte mit Brecht. Die Stücke Die Exzesse (1921) und Rheinische Rebellen (1924) bezeugen Bronnens teils erotisch-anarchischen Darstellungsstil, aber auch seinen Hang zu politisch extremen, teils unverhohlen reaktionären Positionen. Dies erklärt auch Bronnens Entscheidung, sich nach der Machtergreifung Hitlers als Dramaturg für die Ufa und den Reichsfunk in den Dienst der Nationalsozialisten zu stellen. Kontroversen mit Joseph Goebbels und dem anschließenden Berufsverbot 1937 folgte ein erneuter radikaler Wandel der politischen Einstellung. Während des 2. Weltkriegs war Bronnen im österreichischen Widerstand aktiv. Auf Wunsch von Johannes R. Becher kam er 1945 zur Neuen Zeit, deren Redakteur er bis 1950 war. In der Folge entstanden die autobiographischen Schriften a. b. gibt zu protokoll (1954), Deutschland. Kein Wintermärchen (1956) und Tage mit Bertolt Brecht (1960). Bronnen starb am 12. Oktober 1959 in Berlin. Weitere Werke sind die Dramen Geburt der Jugend (1922), Katalaun. Schlacht (1924), Ostpolzug (1926), Michael Kohlhaas (1929, Neubearbeitung 1948), Sonnenberg (1934), Gloriana (1941), Die Kette Kolin (1950) und Die jüngste Nacht (1952) sowie die Prosatexte Die Septembernovelle (1923), Film und Leben der Barbara la Marr (1928, Neuausgabe 1947), O. S. (1929), Roßbach (1930), Kampf im Äther (1935) und Aisopos. Sieben Berichte aus Hellas (1956).

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