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Windows Live® Suchergebnisse BurgfriedeEnzyklopädieartikel
Burgfriede, im Mittelalter ursprünglich das dauerhafte Friedensgebot, das innerhalb der Stadt oder Burg galt und Fehden zwischen den Bürgern verhindern sollte; im übertragenen Sinn heute in Ausnahmesituationen wie Krieg oder Notstand der Verzicht gesellschaftlicher Gruppen und politischer Parteien auf ideologische oder parteipolitische Auseinandersetzungen. Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 beschwor Kaiser Wilhelm II. mit seiner Äußerung „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche” die nationale Einheit Deutschlands jenseits aller Parteigrenzen. Die SPD, ihrem Programm nach eigentlich dem Frieden und dem Internationalismus verpflichtet, stimmte im Reichstag zunächst geschlossen für die Kriegskredite, und die Gewerkschaften erklärten einen Streikverzicht. Der Burgfriede erwies sich jedoch als kurzlebig; bereits im Dezember 1914 sprachen sich Teile der SPD gegen die Kriegskredite aus, und 1916 schloss die SPD die Burgfriedensgegner aus ihrer Reichstagsfraktion aus (siehe USPD). Bereits ab 1915 kam es zunehmend zu Streiks und zu Demonstrationen gegen den Krieg, und 1916 zerbrach der Burgfriede an der Auseinandersetzung über die Kriegsziele endgültig.
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