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Christlich Demokratische Union Deutschlands

Enzyklopädieartikel
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Ergebnisse der Bundestagswahlen seit 1949Ergebnisse der Bundestagswahlen seit 1949
Artikelgliederung
1

Einleitung

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU), deutsche politische Partei, im Mai/Juni 1945 unabhängig voneinander in Berlin und im Rheinland gegründet, dann auf Besatzungszonen- bzw. Länderebene organisiert und 1950 auf Bundesebene (mit Ausnahme von Bayern) konstituiert. Die CDU ist neben der SPD die zweite große Volkspartei in Deutschland.

2

Geschichte

2.1

Die Anfänge der Partei

Unmittelbar nach Kriegsende bildeten sich in ganz Deutschland unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger Zentrums-Politiker und christlicher Gewerkschafter christlich geprägte, überkonfessionelle politische Gruppierungen. Eine führende Rolle nahmen dabei die Berliner Gruppierung (die im Übrigen auch den Namen Christlich-Demokratische Union prägte) mit dem ehemaligen Zentrums-Politiker Andreas Hermes an der Spitze und die im Rheinland, dem früheren Schwerpunkt des Zentrums, gegründete Christlich-Demokratische Partei ein. Bereits im Juni 1945 rief Hermes alle christlichen und demokratischen Kräfte in Deutschland zum Zusammenschluss zu einer überkonfessionellen Volkspartei auf, und im Dezember 1945 einigten sich die Delegierten der Unions-Parteiungen der einzelnen Besatzungszonen auf einem zonenübergreifenden Treffen auf den Namen Christlich-Demokratische Union. Nur die bayerische Unions-Partei, die Christlich Soziale Union (CSU), schloss sich dieser Einigung nicht an.

Anfang 1946 hatte sich die Union in allen Zonen organisiert, auch in der Sowjetischen Besatzungszone. Hier verfolgte die Partei unter der Führung von Jakob Kaiser zunächst noch einen eigenständigen Kurs; nach der Absetzung Kaisers im Dezember 1947 durch die SMAD wandelte sie sich unter dem Vorsitz von Otto Nuschke (1947-1957) rasch zu einer bedingungslosen Blockpartei im Rahmen der SED-geführten Nationalen Front.

Im Februar/März 1946 übernahm Konrad Adenauer den Vorsitz zunächst der rheinischen CDU, dann der CDU in der britischen Besatzungszone. Unter seiner Führung entwickelte sich die CDU in der britischen Zone zur dominierenden Gruppierung unter allen CDU-Organisationen. Im Februar 1947 verabschiedete die CDU in der britischen Zone das Ahlener Programm, das auch für die anderen CDU-Organisationen zum Grundsatzprogramm wurde. In diesem Programm forderte die CDU vor allem die Verstaatlichung der Grundstoffindustrien, eine strenge Kartellgesetzgebung und das Mitbestimmungsrecht für die Arbeitnehmer. In den Düsseldorfer Leitsätzen von 1949 bekannte sich die CDU dann allerdings zur sozialen Marktwirtschaft als ihrem wirtschaftspolitischen Grundprinzip.

2.2

Die Ära Adenauer

Bei den Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag im August 1949 erhielt die CDU 25,2 Prozent der Stimmen, zusammen mit der CSU kam sie auf 31 Prozent und war zusammen mit der CSU stärkste Kraft im Bundestag; Adenauer wurde zum Bundeskanzler einer CDU/CSU/FDP/DP-Koalition gewählt. Unter dem Eindruck ihres Wahlerfolges und der Bildung einer CDU-geführten Regierung schlossen sich die CDU-Landesverbände der Bundesrepublik auf ihrem ersten Bundesparteitag im Oktober 1950 zu einer bundeseinheitlichen Organisation zusammen, die damit ihr Selbstverständnis als große, staatstragende Volkspartei manifestierte; erster Bundesvorsitzender wurde Adenauer. Die bayerische CSU hatte einen organisatorischen Anschluss an die CDU abgelehnt; sie blieb eine autonome Landespartei, bildete auf Bundesebene jedoch eine Fraktionsgemeinschaft mit der CDU.

Bei den folgenden beiden Bundestagswahlen konnte die CDU deutlich hinzugewinnen und die SPD überflügeln: 1953 erreichte sie 36,4 Prozent (zusammen mit der CSU 45,2 Prozent) und 1957 39,7 Prozent (zusammen mit der CSU 50,2 Prozent, d. h. die absolute Mehrheit). Die Partei entwickelte sich nun zur Kanzlerpartei, die politische Arbeit erledigte die Fraktion und vor allem die Bundesregierung, während von den Verbänden der Partei kaum Impulse kamen. Dominierende Persönlichkeit war Adenauer, Bundeskanzler (1949-1963) und Parteivorsitzender (1950-1966) in Personalunion. Er bestimmte sowohl die Richtung der Partei – allerdings kaum in programmatischer Hinsicht, sondern vielmehr durch seine Regierungspolitik –, als auch vor allem die Politik in der Bundesrepublik Deutschland; so etablierte er z. B. zusammen mit seinem Wirtschaftsminister und langjährigen Vizekanzler Ludwig Erhard die soziale Marktwirtschaft und setzte auch gegen Widerstände in der eigenen Partei die Westintegration der Bundesrepublik inklusive NATO-Beitritt und Wiederbewaffnung durch. Insbesondere Adenauers kompromisslose Deutschlandpolitik, die zunehmende Verhärtung der Fronten zwischen Ost und West in der Deutschlandfrage, die im Bau der Berliner Mauer kulminierte, aber auch die programmatischen, organisatorischen und personellen Defizite führten dazu, dass die CDU bei den Bundestagswahlen 1961 auf nur noch 35,8 Prozent kam (mit der CSU 45,3 Prozent). Der Rücktritt Adenauers als Bundeskanzler 1963 und die damit verbundene Nachfolgefrage legten die genannten Defizite bloß und stürzten die Partei in eine innere Krise. Ludwig Erhard gelang es als Bundeskanzler (1963-1966) dank seines hohen Ansehens von dieser Krise abzulenken und die CDU bei den Bundestagswahlen 1965 wieder auf 38 Prozent zu führen (mit der CSU 47,6 Prozent). Nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Koalitionspartner FDP und dem Rücktritt der FDP-Minister, aber auch aufgrund innerparteilicher Konflikte sah sich Erhard 1966 zum Rücktritt gezwungen; sein Nachfolger als Bundeskanzler wurde Kurt Georg Kiesinger an der Spitze einer großen Koalition aus CDU, CSU und SPD.

2.3

Große Koalition und Opposition

Nach Adenauers Rücktritt vom Parteivorsitz wurde Erhard 1966 zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt; der inneren Krise der Partei konnte er jedoch nicht wirkungsvoll begegnen. 1967 wurde er von Kiesinger im Parteivorsitz abgelöst, womit die langwierige Führungsdiskussion innerhalb der Partei ein Ende fand. Unter Kiesinger wurde die Partei organisatorisch gestrafft, die Kompetenzen der einzelnen Organisationen wurden klar geregelt, es wurde das Amt eines Generalsekretärs geschaffen, und 1968 wurde ein neues Programm, das Berliner Programm, verabschiedet. Obwohl wieder weitgehend konsolidiert, musste die CDU bei den Bundestagswahlen 1969 erneut Verluste hinnehmen (sie kam auf 36,6 Prozent, mit der CSU 46,1 Prozent) und erstmals in die Opposition gehen. 1971 wurde Kiesinger im Parteivorsitz von Rainer Barzel abgelöst; nach der Niederlage der CDU mit ihrem Kanzlerkandidaten Barzel bei der Bundestagswahl 1972 (35,2 Prozent für die CDU, mit der CSU 44,9 Prozent) wurde 1973 Helmut Kohl zum Parteivorsitzenden gewählt.

Unter Helmut Kohl erfuhr die Partei eine tief greifende Reform: Die Parteiorganisation wurde zu einem leistungsfähigen Instrument ausgebaut, die Mitgliederzahl innerhalb eines Jahrzehnts auf über das Eineinhalbfache gesteigert, das Erscheinungsbild der Partei stabilisiert, und es wurde nach langen und umfangreichen innerparteilichen Diskussionen 1978 ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet, das Ludwigshafener Programm, in dem Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit als die unbestrittenen Grundwerte der Partei im Vordergrund standen.

Bei den Bundestagswahlen 1976 kam die CDU wieder auf 38 Prozent und wurde zusammen mit der CSU stärkste Fraktion (48,6 Prozent), musste aber weiter in der Opposition bleiben. In Reaktion auf dieses Ergebnis verschärften sich die bestehenden Spannungen zwischen der CDU und der Schwesterpartei CSU unter Franz Josef Strauß. Die Auseinandersetzung über den gemeinsamen Kurs kulminierte im November 1976 in der Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft durch die CSU. Zwar konnte die Fraktionsgemeinschaft wieder hergestellt werden; die Kontroverse zwischen CDU und CSU um Strategie und Führung ging jedoch weiter. 1979 setzte die CSU die Nominierung ihres Vorsitzenden Strauß zum Kanzlerkandidaten der Unionsparteien durch. Die Bundestagswahlen 1980 brachten der CDU spürbare Verluste (34,2 Prozent, mit der CSU 44,5 Prozent) und beschränkten sie weiterhin auf ihre Oppositionsrolle.

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