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Windows Live® Suchergebnisse Lovis CorinthEnzyklopädieartikel
Lovis Corinth (1858-1925), deutscher Maler und Graphiker, neben Max Liebermann einer der einflussreichsten Repräsentanten des deutschen Impressionismus. Corinth wurde in Tapiau bei Königsberg in Ostpreußen geboren. Nach seiner Ausbildung an der Akademie in Königsberg (1876-1880) verbrachte er mehrere Jahre in München. Im Anschluss an einen kurzen Aufenthalt in Antwerpen studierte er 1884 bis 1887 in Paris an der Académie Julien und ging anschließend noch einmal für einige Jahre nach München, wo 1892 unter maßgeblicher Beteiligung von Franz von Stuck die erste Secession gegründet wurde. Seit 1899 Mitglied der Berliner Secession, übersiedelte Corinth 1901 endgültig nach Berlin, wo er mit seinen Porträts und Historienbildern in dunklem, schwerem Kolorit schon bald zu einer einflussreichen Persönlichkeit der wilhelminischen Ära avancierte. 1903 heiratete er seine Schülerin Charlotte Behrend, von der er zahlreiche Porträts schuf (Charlotte Behrend-Corinth, 1912, Nationalgalerie, Berlin). Nach einem Schlaganfall, der 1911 zu einer halbseitigen Lähmung führte, wurden seine Werke zunehmend ekstatischer und expressiver. Seit 1918 folgten regelmäßige Sommeraufenthalte in Urfeld am Walchensee, dessen Landschaft er in zahlreichen Bildern festhielt (Selbstbildnis vor dem Walchensee, 1924, Neue Pinakothek, München; Walchensee-Panorama, 1924, Wallraf-Richartz-Museum, Köln). In seinen letzten Lebensjahren gestaltete er zunehmend auch religiöse Themen (Ecce Homo, 1925, Kunstmuseum, Basel) und fand zu einer geradezu expressionistischen Malweise. In seinen zügig ausgeführten Bildern dominierte die Farbe, die in seiner späteren Werkphase an Helligkeit gewann. Neben Landschaften und Blumenstillleben schuf er besonders psychologisch eindringliche Porträts, darunter zahlreiche Selbstbildnisse (Graf von Keyserling, 1900, Neue Pinakothek, München; Selbstbildnis mit Skelett, 1896, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München; Selbstbildnis mit Modell, 1901, Kunstmuseum, Winterthur). Neben seinem malerischen hinterließ er ein umfangreiches graphisches Werk aus Lithographien, Radierungen und Buchillustrationen. Daneben verfasste er theoretische Schriften wie Das Erlernen der Malerei (1908) und eine Selbstbiographie (1926). Nach zahlreichen Ehrungen (1915 Präsident der Berliner Secession, 1925 Ehrenmitglied der Berliner Akademie) starb er 1925 in Zandvoort in den Niederlanden.
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