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Demagogenverfolgung

Enzyklopädieartikel

Demagogenverfolgung, Unterdrückung der liberalen und nationalen Opposition in Deutschland zwischen 1819 und der Märzrevolution von 1848. Nach der Ermordung des Schriftstellers August von Kotzebue fasste der Deutsche Bund am 20. September 1819 die Karlsbader Beschlüsse. Neben dem Verbot der Burschenschaften schrieben sie eine strenge Pressezensur und die Einrichtung einer Zentraluntersuchungskommission mit Sitz in Mainz zur Aufklärung über „revolutionäre Umtriebe und demagogische Verbindungen” vor. Die Einzelstaaten verpflichteten sich u. a. zur Entlassung aller Hochschullehrer, die „in Abweichung von ihrer Pflicht oder Überschreitung ihres Berufes, durch Missbrauch ihres rechtmäßigen Einflusses auf die Gemüter der Jugend (...) ihre Unfähigkeit an den Tag gelegt haben”. Die Demagogenverfolgung wurde unterschiedlich scharf praktiziert. Vor allem in Österreich und Preußen wurden viele Oppositionelle gemaßregelt oder inhaftiert, einige wurden zum Tode verurteilt. Um ein Übergreifen der Julirevolution von 1830 in Frankreich zu verhindern und nach oppositionellen bzw. revolutionären Aktivitäten (Hambacher Fest 1832, Sturm auf die Hauptwache in Frankfurt 1833) wurde die Repression jeweils erneuert und verschärft, bis 1834 die Pressezensur und die Überwachung der Universitäten lückenlos eingerichtet war. Unter dem Druck der Restauration zog sich das Bürgertum ins Privatleben zurück, viele fortschrittliche Intellektuelle emigrierten. Die Märzrevolution von 1848 setzte das Verlangen nach nationaler Einheit und demokratischen Freiheitsrechten wieder auf die Tagesordnung.

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