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Windows Live® Suchergebnisse Deutsches MuseumEnzyklopädieartikel
Deutsches Museum, technisch-naturwissenschaftliches Museum in München. Es ist das größte und meistbesuchte Museum seiner Art in Europa. Das Deutsche Museum sammelt und zeigt historische Objekte aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik. Das Stammhaus befindet sich in München auf der so genannten Museumsinsel in der Isar, die, da hier Heinrich der Löwe 1158 eine Brücke über die Isar errichten ließ, als Gründungsort der Stadt gilt. Ziel des Museums ist es, dem interessierten Laien wissenschaftlich-technische Errungenschaften aus Geschichte und Gegenwart anhand von Originalexponaten nahezubringen und ihm wissenschaftlich-technische Funktionsweisen, Prinzipien und Erkenntnisse plastisch zu vermitteln. Das Museum umfasst mehr als 40 thematisch unabhängige Dauerausstellungen aus den verschiedensten Bereichen der Naturwissenschaften und der Technik, z. B. Chemie, Physik, Mathematik, Astronomie, Pharmazie, Zeitmessung, Bergbau, Erdöl/Erdgas, Werkzeugmaschinen, Textiltechnik, Kraftmaschinen, Umwelt, Drucktechnik, Mikroelektronik, Telekommunikation, Schifffahrt, Luftfahrt und Raumfahrt; daneben werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Die Sammlungen umfassen über 100 000 Originalexponate, von denen rund ein Viertel in den Ausstellungen zu sehen ist. Die Ausstellungen sind außerordentlich didaktisch gestaltet und versuchen auch abstrakte technische Phänomene beispielsweise aus der Welt der Physik zu veranschaulichen; so gibt es z. B. ein begehbares „Bergwerk”, funktionstüchtige Wasserkraft-Modelle, den vergrößerten Nachbau einer menschlichen Zelle oder einen begehbaren und unter Hochspannung setzbaren Faraday’schen Käfig. Zu den historischen Originalexponaten zählen u. a. der erste „Benz-Motorwagen”, das erste Motorflugzeug der Gebrüder Wright, das erste U-Boot der Kaiserlichen Deutschen Marine U 1, der von Konrad Zuse entwickelte erste Computer Z 1, aber auch der erste „Fischer-Dübel”. Die Physikabteilung besitzt Originalapparate von Georg Simon Ohm, André Ampère, Heinrich Hertz, Wilhelm Conrad Röntgen u. a. Außerdem verfügt das Deutsche Museum über eine Sternwarte und ein modernes Planetarium mit regelmäßigen Vorführungen sowie ein Kino, in dem u. a. Filme im IMAX-Großbildverfahren gezeigt werden. Zum Museum gehören ferner eine Forschungsbibliothek und ein Archiv, das u. a. die Nachlässe von circa 300 bedeutenden Wissenschaftlern, Technikern, Ingenieuren und Erfindern umfasst. Außenstellen des Deutschen Museums sind die ehemalige Flugwerft in Oberschleißheim, in deren Hallen sich die Luftfahrtabteilung befindet (1992 eröffnet), das auf die Zeit nach 1945 konzentrierte Deutsche Museum in Bonn (1995) und das Verkehrszentrum auf der Münchner Theresienhöhe, in dem Automobile, Eisenbahnen, Kutschen und Fahrräder untergebracht sind (2003). Gründer des Museums war der Ingenieur Oskar von Miller, der mit Hilfe des Vereins Deutscher Ingenieure die Fortschritte der Naturwissenschaften von 1870 bis 1914 dokumentieren wollte. Nach einer Ausstellung zum Thema Elektrizität (1882) und einer Maschinenausstellung (1897) berief er am 5. Mai 1903 die Gründungsversammlung für ein „Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik” ein. Vorbilder existierten bereits mit dem British Museum of Natural History in London und dem Conservatoire des arts et métiers in Paris. Im Jahr darauf stellte die Stadt München das Gelände der Kohleninsel (heute Museumsinsel) für das Museum zur Verfügung. Mit dem Bau des von Gabriel von Seidl entworfenen Gebäudes wurde 1909 begonnen; aufgrund bautechnischer Schwierigkeiten und wegen des 1. Weltkrieges konnte das Museum jedoch erst 1925 eröffnet werden. Im 2. Weltkrieg wurden durch Luftangriffe 80 Prozent der Gebäude und 20 Prozent der Exponate zerstört. Der Wiederaufbau begann noch während des Krieges; 1948 wurde das Museum neu eröffnet, erreichte aber erst 1969 wieder die Ausstellungsfläche der Vorkriegszeit.
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