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Dienstleistung

Enzyklopädieartikel

Dienstleistung, immaterielles, durch eine natürliche oder juristische Person erbrachtes Wirtschaftsgut zur Befriedigung eines menschlichen Bedürfnisses, z. B. Bankdienste, Krankenpflege.

Dienstleistungen unterscheiden sich von Sachgütern vor allem dadurch, dass bei ihnen Produktion und Konsum in der Regel zeitlich zusammenfallen. Zu den Dienstleistungsgewerben gehören Handel und Verkehr, Banken, Versicherungen, Gastronomie, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Verwaltung, Bildung, Erziehungswesen, öffentlicher Dienst etc. Der Dienstleistungssektor steht als tertiärer Sektor neben dem primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft, Rohstoffgewinnung) und dem sekundären Sektor (Waren produzierendes und verarbeitendes Gewerbe ).

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Dienstleistungssektor in den Industrieländern ständig gewachsen. Ursachen sind sukzessive Sättigungserscheinungen in den entwickelten Volkswirtschaften auf Seiten der Nachfrage. Die Grundbedürfnisse sind durch ausreichende Nahrungsmittelproduktion gedeckt und es herrscht ein Überangebot an hochwertigen gewerblichen Gütern. Bei Dienstleistungen ist keine prinzipielle Sättigungsgrenze erkennbar.

Die damit einhergehende Schwergewichtsverlagerung in der Berufsstruktur hin zu immer mehr Dienstleistungsberufen in allen Wirtschaftsbereichen hat sich in dem Begriff Dienstleistungsgesellschaft niedergeschlagen. Nach der These von der postindustriellen Gesellschaft wird die Phase materiellen Wachstums von einem überwiegend nichtmateriellen Wachstum abgelöst, wobei Forschung, Planung und Organisation zunehmend dominant werden. Steigender Wohlstand und mehr Freizeit heizen die Nachfrage nach Dienstleistungen zusätzlich an. Wegen der großen Bedeutung, die die Beschaffung, Verarbeitung und Präsentation von Informationen innerhalb des Dienstleistungssektors erlangt haben, wird inzwischen die moderne Dienstleistungsgesellschaft auch als Informationsgesellschaft bezeichnet; der Informationssektor wird bisweilen als quartärer Sektor betrachtet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte im Jahr 2003 der Dienstleistungssektor in Deutschland mit rund 1,39 Billionen Euro einen Anteil von 70,3 Prozent an der Bruttowertschöpfung. Mit rund 603,5 Milliarden Euro waren Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen am stärksten an diesem Ergebnis beteiligt; in diesen Bereichen wurde mehr erwirtschaftet als im primären (rund 22 Milliarden Euro) und im sekundären Sektor (rund 567 Milliarden Euro) zusammen. Handel, Gastgewerbe und Verkehr erwirtschafteten rund 356,5 Milliarden Euro und der Bereich öffentliche und private Dienstleister rund 430 Milliarden Euro.

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