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Hilde DominEnzyklopädieartikel
Hilde Domin, eigentlich Hilde Palm, geborene Löwenstein, (1909-2006), deutsche Schriftstellerin. In ihrer feinsinnigen Lyrik beschrieb sie vor allem ihre Erfahrungen im Exil (siehe Exilliteratur). Domin wurde am 27. Juli 1909 als Tochter eines jüdischen Rechtsanwalts in Köln geboren. 1932, ein Jahr vor der Machtergreifung Adolf Hitlers, verließ sie Deutschland gemeinsam mit Walter Palm (Heirat 1936) und lebte bis Ende der dreißiger Jahre unbehelligt in Italien, zunächst in Rom. An der Universität Florenz promovierte sie 1935 über die Staatsgeschichte der Renaissance mit der Arbeit Pontatus als Vorläufer Macchiavellis. 1939 emigrierte sie über England in die Dominikanische Republik, wo sie mit Sprachunterricht ihren Lebensunterhalt bestritt. Aus Dankbarkeit gegenüber ihrer neuen Heimat gab sie sich das Pseudonym „Hilde Domin”, unter dem sie ab Anfang der fünfziger Jahre ihre Arbeiten veröffentlichte. Es folgten zahlreiche Aufenthalte in den USA. 1954 kehrte Domin nach Westdeutschland zurück. Zwischen 1957 und 1959 lebte sie in Frankfurt/Main, wo sie Kontakt zu literarischen Kreisen bekam und selbst zahlreiche Gedichte in Zeitschriften publizieren konnte. 1960 ließ sich Domin in Heidelberg nieder. Domin arbeitete u. a. als Übersetzerin aus dem Italienischen, Spanischen, Französischen und Englischen. Bereits ihr erster Gedichtband Nur eine Rose als Stütze (1959) war ein großer Publikumserfolg und wurde von der Kritik hoch gelobt. Ihm folgten u. a. die Gedichtbände Rückkehr der Schiffe (1962), Hier (1964) und Ich will dich (1970), in denen leidvolle Erfahrungen aus Krieg und Exil verarbeitet werden. Zu den herausragenden Prosatexten Domins gehören der Roman Das zweite Paradies (1979) und Aber die Hoffnung (1982). Weitere Werke sind die Gedichtbände Höhlenbilder (1968) und Die andalusische Katze (1971), die autobiographischen Skizzen Von der Natur nicht vorgesehen (1974), die poetologische Schrift Wozu Lyrik heute (1968) sowie die Sammlung Abel steh auf. Gedichte, Prosa, Theorie (1979). Domin war Mitglied des PEN-Clubs sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Neben anderen Literaturpreisen erhielt sie den Meersburger Droste-Preis (1971), den Rilke-Preis (1976), den Nelly-Sachs-Preis (1983), die Carl-Zuckmayer-Medaille (1991), den Preis Literatur im Exil (1992), den Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik (1993) und den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (1995). Hilde Domin starb am 22. Februar 2006 in Heidelberg.
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