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Windows Live® Suchergebnisse Kasimir EdschmidEnzyklopädieartikel
Kasimir Edschmid, eigentlich Eduard Schmid, (1890-1966), Schriftsteller. Er war ein zentraler Vertreter des von der Lyrik dominierten literarischen Expressionismus, zu dem er als einer der ersten Autoren bedeutende Prosatexte beisteuerte. Edschmid wurde am 5. Oktober 1890 in Darmstadt geboren und studierte Romanistik in Deutschland und Frankreich. Bereits mit seiner ersten Novellensammlung Die sechs Mündungen (1915) hatte er großen Erfolg. Auch die Nachfolgewerke, darunter Das rasende Leben (1916), Timur (1916) und Die Fürstin (1918), wiesen Edschmid als beispielhaften Vertreter des Expressionismus aus. Das rasende Leben gar formulierte das dynamisch-vitalistische Lebensgefühl eines Teils der Generation bereits im Titel. Zum bedeutenden Theoretiker der Bewegung wurde Edschmid mit dem Essayband Über den Expressionismus in der Literatur und die neue Dichtung, der den Auftakt für die zwischen 1919 und 1923 von ihm herausgegebene Tribüne der Kunst und Zeit bildete. In 29 Bänden sind hier paradigmatische Schriften der Bewegung versammelt. Seit Ende der zwanziger Jahre schrieb Edschmid stilistisch wie inhaltlich anspruchsvoll-unterhaltsame Werke (Lord Byron, 1929) mit zum Teil gesellschaftskritischem Unterton (Feine Leute und die Großen dieser Erde, 1931). Darüber hinaus erschienen zahlreiche Reisebücher, die seinen Hang zum Exotismus belegen (Afrika – nackt und angezogen, 1929, Zauber und Größe des Mittelmeeres, 1932). Nach der Machtergreifung Hitlers wurden zahlreiche Schriften Edschmids verboten. 1933 erhielt der Autor Redeverbot. Eine aus fünf Büchern bestehende Reihe mit Italienbüchern allerdings konnte bis zum Verbot jedweder schriftstellerischen Aktivität 1941 erscheinen. Bekannt wurde vor allem der Nachzügler Italien. Seefahrt. Palmen. Unsterblichkeit. (1948). An diesen Erfolg konnte Edschmid mit seinen historischen Romanen (Der Zauberfaden, 1949, Der Marschall und die Gnade, 1954) nur noch bedingt anknüpfen. Zwischen 1950 und 1957 war der Autor Generalsekretär, dann Vize- und schließlich Ehrenpräsident des deutschen PEN-Zentrums; darüber hinaus war er Vize- bzw. Ehrenpräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Edschmid starb am 31. August 1966 in Vulpera (heute ein Teil Tarasps im Kanton Graubünden). Weitere Werke sind Der Engel mit dem Spleen (1923), Die gespenstigen Abenteuer des Hofrats Brüstlein (1927, 1947 unter dem Titel Pourtales Abenteuer), Hallo Welt! (1930), Feine Leute oder Die Großen dieser Erde (1931), Glanz und Elend Südamerikas (1931), Das Südreich (1933, erweitert 1947), Der Liebesengel (1937), Das gute Recht (1946), Drei Häuser am Meer (1958) und Whisky für Algerien? (1964). Mit Wenn es Rosen sind, werden sie blühen (1950) schrieb Edschmid zudem einen Roman über das Leben Georg Büchners.
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