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    Lexikon: Entwicklungsländer. Sammelbegriff für Länder, deren (wirtschaftlich-technischer) Entwicklungsstand und der damit verbundene (soziale) Lebensstandard (sehr) niedrig ist.

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    Lexikon: Entwicklungsländer. Sammelbezeichnung für Länder, die gegenüber den Industriestaaten in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht wesentlich schlechter dastehen.

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Entwicklungsländer

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Staatliche EntwicklungshilfeStaatliche Entwicklungshilfe
Artikelgliederung
1

Einleitung

Entwicklungsländer, Sammelbegriff für Staaten, die wirtschaftlich und gesellschaftlich gegenüber dem Modell der westlichen Industriestaaten einen erheblichen Rückstand aufweisen. Es existiert allerdings bis heute keine weltweit verbindliche Einordnungsliste. Die Vereinten Nationen, die Weltbank und der Entwicklungshilfeausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwenden zwar die gleichen oder ähnliche Kriterien, bewerten diese aber unterschiedlich. Mehr als zwei Drittel aller Staaten werden – mit unterschiedlicher Einstufung – zu den Entwicklungsländern gezählt; die größte Anzahl an Entwicklungsländern weist Afrika auf, gefolgt von Asien und Amerika.

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Merkmale

Entwicklungsländer weisen eine Reihe von bestimmten Merkmalen auf, die in unterschiedlicher Dichte vorkommen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist ihr Volkseinkommen niedrig und die Einkommensverteilung äußerst ungleich. Einer zahlenmäßig kleinen, sehr reichen Oberschicht steht eine mitunter extrem arme Bevölkerungsmehrheit gegenüber. Eine Mittelschicht existiert dagegen kaum. Oft reicht die Nahrungsmittelproduktion nicht aus, die Versorgung für alle Einwohner sicherzustellen. Unterernährung und ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand sind die Folgen. Die Bevölkerung in den Entwicklungsländern wächst in der Regel überdurchschnittlich stark (mehr als 2,5 Prozent pro Jahr), wogegen Arbeitsplätze knapp sind. Die staatliche Infrastruktur ist in allen Bereichen (Verkehr, Kommunikation, Bildung und Gesundheit) mangelhaft. Wirtschaftlich dominiert die Landwirtschaft, ihre Produktionsmethoden sind aber veraltet. Für Investitionen fehlt das Geld. Die Handelsbilanzen dieser Staaten sind meist defizitär. Die aus dem Warenexport, oft Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter, erzielten Gewinne reichen nicht aus, die Einfuhr benötigter Produkte zu finanzieren. Um ein Mindestmaß staatlicher Funktionen zu gewähren, und um das nackte Überleben ihrer Bevölkerung finanzieren zu können, sind Entwicklungsländer auf den Beistand der wohlhabenden Industriestaaten angewiesen. Dieser wird als Entwicklungshilfe in Form von finanzieller, materieller und personeller Unterstützung geleistet.

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Ursprung des Begriffs

Der Begriff Entwicklungsland entstand kurz nach dem 2. Weltkrieg und ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen wurden ab 1945 aus ehemaligen Kolonialgebieten souveräne Staaten. In drei Wellen erfasste diese Entwicklung zuerst Asien, dann Afrika und schließlich ab den siebziger Jahren auch die Inselwelten der Karibik und des südlichen Pazifik. Zum anderen verschärfte sich kurz nach dem Ende des Krieges der Gegensatz zwischen den kapitalistischen Staaten Amerikas und Westeuropas und den sozialistischen Ländern unter Führung der Sowjetunion. Aus amerikanischer Sicht wurde es notwendig, die neu entstandenen Staaten vor dem Einfluss der marxistischen Ideologie zu schützen. Zu diesem Zweck präsentierte man ihnen das eigene Modell als Alternative. Ziel sollte nicht die klassenlose Gesellschaft sein, sondern die moderne Industriegesellschaft amerikanischer Prägung. Bis sie dieses Stadium erreicht oder sich wenigstens daran angenähert hatten, galten die neuen Staaten als unterentwickelt. Wenig später entstand daraus die Wortschöpfung Entwicklungsland.

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Differenzierungsprozesse

Außer ihrer am Wertekatalog der Industriestaaten gemessenen Rückständigkeit haben Entwicklungsländer wenig Gemeinsamkeiten. Zu ihnen gehören sehr große und sehr kleine Staaten, Länder mit geringer und Länder mit hoher Bevölkerungszahl. Manche dieser Staaten verfügen über enorme Rohstoffvorräte, andere wiederum sind ausgesprochen rohstoffarm. Unter den Begriff Entwicklungsland fallen die alten Nationalstaaten Lateinamerikas genauso wie die künstlich von den Kolonialmächten geschaffenen jungen Staaten Afrikas. Auch kulturell und politisch lassen sich keine gemeinsamen Nenner finden. Dennoch wurden die Entwicklungsländer als homogener Block, als so genannte Dritte Welt gesehen. Die Zweifel an dieser Interpretation wurden aber seit den siebziger Jahren immer lauter. Heute haben die extrem unterschiedlichen Wirtschaftserfolge der einzelnen Entwicklungsländer das Bild der Geschlossenheit definitiv zerstört. Die Dritte Welt ist in mehrere Ländergruppen auseinandergebrochen.

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