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Windows Live® Suchergebnisse ErfahrungEnzyklopädieartikel
Erfahrung, die Gesamtheit der gelernten Kenntnisse, Verhaltensweisen und Fertigkeiten. Der Prozess der Erfahrung kann sich, als äußere Erfahrung, d. h. als Erfassen der Außenwelt, sowohl auf die externe Realität, als auch, in Form der inneren Erfahrung, auf das eigene Erleben, d. h. auf die immanenten Vorgänge des Bewusstseins beziehen. Darüber hinaus dient Erfahrung als Inbegriff praktischen Wissens (des „Know how”), d. h. eines Wissens, das im Umgang mit bestimmten Dingen oder aufgrund des Erlebens bestimmter Situationen erworben worden ist. Als zentraler Begriff der Erkenntnistheorie, wird der Erfahrung im englischen Empirismus ein hoher Stellenwert zugewiesen. Francis Bacon (1561-1626) sieht in der methodisch geleiteten Erfahrung das Fundament jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnis. John Locke (1632-1704) setzt Erfahrung mit dem Prozess der Wahrnehmung gleich. Locke formuliert die zentrale These des Empirismus, wonach die Erfahrung als Wahrnehmung einen direkten, unmittelbaren Zugang zur Wirklichkeit darstellt, indem die in der inneren und äußeren Erfahrung aufscheinenden Vorstellungen in der Erfahrung passiv aufgenommen werden. Immanuel Kant (1724-1804) sieht in der Erfahrung ebenfalls die zentrale Quelle der menschlichen Erkenntnis, kritisiert aber zugleich den empiristischen Erfahrungsbegriff. Kant versteht Erfahrung als empirische Kenntnis, die über bloße Sinnesempfindungen hinausgeht. Gegenstandserkenntnis durch Erfahrung kommt für Kant vielmehr allererst als Resultat des Zusammenwirkens von sinnlicher Anschauung und Begriffen zustande. In der Kritik der Vernunft geht es Kant vornehmlich darum, mittels einer reflexiven Analyse der Erkenntnisprozesse die Strukturen und vor allem die Bedingungen der Erfahrung herauszustellen. In die Erfahrung, als Erfassen des sinnlich Gegebenen, gehen Faktoren ein, die selber nicht aus der Erfahrung stammen. Diese Faktoren bestimmt Kant als Formen der Anschauung, Raum und Zeit, wobei der Raum die Form der äußeren, und Zeit die Form der inneren Erfahrung ist, und als Kategorien, die er auch als reine Verstandesbegriffe bezeichnet. Hinzu kommen noch transzendentale Grundsätze. Diese Formen sind insofern a priori, als sie die notwendigen Bedingungen jeder Erfahrung sind.
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