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    Als Fastnachtsspiele bezeichnet man komische Burlesken, welche im 15. Jahrhundert in Deutschland entstanden sind und die ersten Anfänge einer weltlichen Bühne darstellen.

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    Fastnachtsspiel, früheste zur Gattung ausgeprägte Form des weltlichen Dramas in deutscher Sprache. Das Fastnachtsspiel hat seinen Ursprung in kurzen..

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Fastnachtsspiel

Enzyklopädieartikel

Fastnachtsspiel, früheste zur Gattung ausgeprägte Form des weltlichen Dramas in deutscher Sprache. Das Fastnachtsspiel hat seinen Ursprung in kurzen dramatischen Szenen, die in die Kostümumzüge zur Fastnachtszeit eingewoben waren (vor allem in Nürnberg). Zumeist handelte es sich um Streit- und Gerichtsszenen, die durch groben, zum Teil unflätigen Witz charakterisiert waren. Seit dem 14. Jahrhundert entstanden daraus volkstümlich-derbe Spiele. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich das Fastnachtsspiel unter dem Einfluss der Meistersinger (vor allem Hans Rosenplüt und Hans Folz) zur am Schwank orientierten Standessatire, die vor allem die Dummheit der Bauern verspottete. Diese Stücke hatten oftmals didaktische Funktion: Im heiter-scherzhaften Spiel schwang stets ein ernsthaft-moralisierender Unterton mit. Bekanntester und bedeutendster Verfasser von satirisch-moralisierenden Fastnachtsspielen war Hans Sachs. Dem Nürnberger Meistersinger werden 85 der 150 erhaltenen Fastnachtsspiele zugeschrieben. Eine weitere Funktion des Fastnachtsspieles war die politische oder religiöse Agitation. Vor allem in der Schweiz wurde es in den Dienst der Reformation gestellt, indem es kirchliche Missstände anprangerte. Als letzter bedeutender Dichter dieser Gattung gilt Jacob Ayrer (1543-1605). Im 17. Jahrhundert verlor das Fastnachtsspiel an Bedeutung. Erst der Sturm und Drang und die Romantik griffen die Tradition wieder auf.

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