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Windows Live® Suchergebnisse Friedenspreis des Deutschen BuchhandelsEnzyklopädieartikel
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, jährlich vergebener, dem Friedensgedanken und der Völkerverständigung verpflichteter internationaler Preis. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird jährlich an eine Persönlichkeit verliehen, die „in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat”. Er wird von der Berufsorganisation der deutschen Verleger und Buchhändler, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, vergeben; ermittelt wird der Preisträger von einem Stiftungsrat. Der Friedenspreis ist mit 25 000 Euro dotiert, die Preissumme wird allein aus Spenden von Verlegern und Buchhändlern aufgebracht. Überreicht wird der Preis im Rahmen einer Feierstunde während der Frankfurter Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche; die Rede des Preisträgers findet – ebenso wie die Laudatio, für die traditionell ein prominenter Laudator zur Verfügung steht – oft große internationale Beachtung. Der Friedenspreis wird aufgrund der verleihenden Organisation, des Rahmens, in dem die Preisübergabe stattfindet, und der Tatsache, dass die meisten Preisträger Schriftsteller sind, oftmals irrtümlich als Literaturpreis wahrgenommen. Die Gründung des Friedenspreises geht auf eine Initiative einiger Verleger und Schriftsteller im Jahr 1949 zurück, die erste Verleihung fand 1950 statt (Preisträger war der deutsche Schriftsteller und Lektor Max Tau). Im folgenden Jahr übernahm der Börsenverein die Verantwortung für den Friedenspreis, der dadurch zu einem Preis des gesamten deutschen Buchhandelsstandes wurde. Bei der 1951 erstmals in der Paulskirche stattfindenden Verleihung wurde Albert Schweitzer geehrt. Weitere Preisträger waren u. a. Romano Guardini (1952), Martin Buber (1953), Hermann Hesse (1955), Thornton Wilder (1957), Karl Jaspers (1958), Theodor Heuss (1959), Carl Friedrich von Weizsäcker (1963), Ernst Bloch (1967), Léopold Sédar Senghor (1968) und Marion Gräfin Dönhoff (1971). 1972 wurde mit Janusz Korczak erstmals eine Persönlichkeit posthum geehrt, 1973 erhielt der Club of Rome als erste und bisher einzige Organisation den Friedenspreis. Es folgten u. a. Max Frisch (1976), Astrid Lindgren (1978), Yehudi Menuhin (1979), Ernesto Cardenal (1980), Lew Kopelew (1981), Octavio Paz (1984), Václav Havel (1989), Amos Oz (1992), Jorge Semprún (1994) und Mario Vargas Llosa (1996). 1998 kam es aufgrund der Rede des Preisträgers Martin Walser zu einer heftigen Kontroverse in der deutschen Öffentlichkeit, da dieser von einer „Instrumentalisierung von Auschwitz”, d. h. des Gedenkens an den Holocaust, gesprochen hatte. In der jüngeren Vergangenheit wurden u. a. Fritz Stern (1999), Jürgen Habermas (2001), Susan Sontag (2003), Péter Esterházy (2004), Orhan Pamuk (2005) und Saul Friedländer (2007) mit dem Friedenspreis gewürdigt.
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