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ErziehungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Geschichte der Erziehung; Theorien der Erziehung; Frühkindliche Erziehung; Neuere Ansätze
Eher pragmatische Ansätze im Sinne des amerikanischen Philosophen und Psychologen William James versuchten, durch die Identifikation elementarer Lernprozesse unmittelbar messbare Lernerfolge zu erreichen. Durch eine erweiterte Sicht in der modernen pädagogischen Psychologie rückten Erziehungsstile, soziale Bedingungen sowie die emotionalen und geistigen Fähigkeiten des Einzelnen wieder mehr in den Mittelpunkt, wenn es um die Formulierung von Erziehungszielen, die Ermittlung optimaler Lernmethoden und geeignete Arten der Lernkontrolle ging. Vertreter radikaler Ansätze, die zumeist tiefenpsychologisch motiviert sind, diskutieren heute, ob Erziehung nicht generell schädlich sei (z. B. Alice Miller in ihrem Buch Am Anfang war Erziehung) und knüpfen so wieder an Ideen von Jean-Jacques Rousseau an. Eine zeitweilig populäre Episode im Zusammenhang mit der Studentenbewegung von 1968 war die auf den Grundsätzen der Antipädagogik aufbauende antiautoritäre Erziehung, die weitgehend der kindlichen Fähigkeit zur Selbsterziehung vertraute und sich in zum Teil spektakulären Erziehungsexperimenten wie dem (immer noch existierenden) Summerhill-Internat in England manifestierte. Aktuell prägen die sozial-kognitiven Stadientheorien von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg, die interaktionistischen Erziehungstheorien in der Folge von George Herbert Mead und die handlungstheoretischen Konzepte in der Tradition des amerikanischen Pragmatisten John Dewey den erziehungstheoretischen Diskurs. Diesen Ansätzen ist gemeinsam, dass das eigenständige Handeln der Kinder und Jugendlichen angeregt werden soll, damit sich eine altersadäquate soziale und kognitive Entwicklung entfalten kann.
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