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  • Hans Georg Gadamer

    11.2.1900, Marburg † 13.3.2002, Heidelberg. Philosoph. 1960 veröffentlichte der Heidegger-Schüler Hans-Georg Gadamer sein Hauptwerk Wahrheit und Methode, den großangelegten ...

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    Gadamer im Internet ... Die Meinung des Textes zum Sprechen bringen - ein Forum für den Dialog mit dem Werk von

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    Hans-Georg Gadamer am 11. Februar 2000. Vollständige Dokumentation in Wort und Bild - Begrüßungen, Ansprachen, Festvortrag - Bundespräsident Johannes Rau:

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Hans-Georg Gadamer

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Hans-Georg GadamerHans-Georg Gadamer

Hans-Georg Gadamer (1900-2002), deutscher Philosoph. Als Begründer einer neuen Hermeneutik und kreativer Rezipient aller maßgeblichen Denkschulen seiner Zeit zählt er zu den wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Gadamer wurde am 11. Februar 1900 als Sohn eines Professors für Chemie in Marburg (Hessen) geboren. Er wuchs in Breslau auf, wo er das Gymnasium zum Heiligen Geist besuchte, und studierte nach dem Abitur 1918 Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie in Breslau, München und Marburg. 1922 promovierte Gadamer mit einer Arbeit über Das Wesen der Lust in den platonischen Dialogen bei dem Neukantianer Paul Natorp, dem führenden Philosophen der so genannten Marburger Schule.

Nach seiner Promotion studierte Gadamer noch ein Semester bei Edmund Husserl in Freiburg. Hier begegnete er Martin Heidegger, dem er wieder zurück nach Marburg folgte. Gadamer absolvierte anschließend noch ein Studium der Klassischen Philologie und habilitierte sich 1929 bei Heidegger mit einer Arbeit über Platos dialektische Ethik.

1937 wurde Gadamer Professor in Marburg, 1939 an der Universität Leipzig, wo er 1946/47 zum Rektor ernannt wurde. Von 1947 bis 1949 lehrte er in Frankfurt/Main und danach als Nachfolger von Karl Jaspers bis zu seiner Emeritierung 1968 in Heidelberg. 1953 begründete er die philosophische Zeitschrift Frankfurter Hefte. Philosophische Debatten führte er u. a. mit Jürgen Habermas und Jacques Derrida.

Gadamer, von Edmund Husserl beeinflusst und an seinen Lehrer Heidegger anknüpfend, versuchte die dialektische Philosophie Hegels und die hermeneutische Tradition seit Schleiermacher und Wilhelm Dilthey in der von ihm begründeten philosophischen Hermeneutik, die über die klassische Lehre von den Methoden der Textauslegungen hinausgeht, zu verbinden. Für Gadamer ist das Verstehen für das menschliche Dasein fundamental: Nur vom eigenen Deutungshorizont aus, der „in steter Bildung begriffen” ist, kann der Mensch sich und seine Umwelt verstehen. Jedes Verstehen ist stets ein Auslegen, vor allem ein Sich-selbst-Verstehen.

In seinem Hauptwerk Wahrheit und Methode (1960) entwickelte Gadamer einen Leitfaden der Erfahrbarkeit (bzw. der Möglichkeiten des Verstehens) von Kunst, Literatur und Geschichte. Demnach ist Verstehen auf die Erfahrung von Wahrheit gerichtet, die jeder wissenschaftlichen Methodik vorausgeht. Das hermeneutische Verstehen vollzieht sich über die Sprache, über das Gespräch oder über Gesprächssituationen, in denen, wenn es zu einer erfolgreichen Kommunikation kommen soll, die „Horizonte” der Gesprächspartner abgeglichen werden müssen: „So gehört zu jedem echten Gespräch, dass man auf den anderen eingeht ...”. Das Verstehen ist sprachgebunden; der Mensch ist ein verstehendes, vor allem sprachliches Wesen. Gadamer führte in Wahrheit und Methode aus: „Die eigenen Begriffe bei der Auslegung vermeiden zu wollen, ist nicht nur nicht möglich, sondern offenbarer Widersinn. Auslegen heißt gerade: die eigenen Vorbegriffe mit ins Spiel bringen, damit die Meinung des Textes für uns wirklich zum Sprechen gebracht wird.” Interpretationen der Werke Goethes, Hölderlins, Rilkes und anderer Dichter führten zu einer hermeneutischen Ästhetik, nach der die Schönheit eines Kunstwerkes über alle Bildungsvoraussetzungen hinweg erfahrbar ist.

Gadamer war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien im In- und Ausland, Träger des Sigmund-Freud-Preises der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie des Hegel-Preises der Stadt Stuttgart und seit 1971 Ritter des Ordens „Pour le Mérite”. Unter dem Titel Philosophische Lehrjahre (1977) veröffentlichte er seine Autobiographie. Gadamer starb am 14. März 2002 in Heidelberg (Baden-Württemberg).

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören u. a: Platos dialektische Ethik (1931), Kleine Schriften (1967-1977; Bd. 1: Philosophie. Hermeneutik; Bd. 2: Interpretationen; Bd. 3: Idee und Sprache. Platon, Husserl, Heidegger; Bd. 4: Variationen), Um die Begriffswelt der Vorsokratiker (1968), Hegels Dialektik (1971), Vernunft und Zeitalter der Wissenschaft (1976) und Die Aktualität des Schönen (1977). Seine Gesammelten Werke erschienen ab 1986.

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