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Windows Live® Suchergebnisse Godesberger ProgrammEnzyklopädieartikel
Godesberger Programm, 1959 in Bad Godesberg (heute Stadtteil von Bonn) beschlossenes Grundsatzprogramm der SPD. Mit ihm verabschiedete sich die Partei von ihrem Heidelberger Programm (1925) und zog die Konsequenz aus den veränderten Bedingungen der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik und ihren Wahlniederlagen 1953 und 1957. Sie brach mit den Grundsätzen einer vorrangig auf die Ziele der Arbeiterbewegung konzentrierten marxistischen Weltanschauungspartei und wandelte sich zu einer modernen Volkspartei. Indem sie das Ziel des Sozialismus als allgemeinmenschliches Interesse proklamierte, öffnete sie sich breiteren Wählerschichten und gab neuen politischen Strategien im Kampf um die parlamentarische Mehrheit Raum. Sie befürwortete die Westintegration der Bundesrepublik (siehe Kalter Krieg), die Landesverteidigung und die Aufnahme in die NATO, lehnte Atomwaffen jedoch ab. In ihren sozialreformerischen Zielsetzungen wandte sie sich insbesondere den Interessen des bürgerlich orientierten neuen Mittelstandes (Angestellte mit höherer Bildung, Beamte, Akademiker, soziale Aufsteiger, auch Selbständige) zu. Die Ausarbeitung des neuen Programms ging wesentlich auf die Initiative des stellvertretenden Parteivorsitzenden Herbert Wehner zurück (siehe auch Fritz Erler; Oswald von Nell-Breuning; Erich Ollenhauer; Carlo Schmid). Es legte die Basis für spätere Wahlerfolge der Partei, die bei den Bundestagswahlen 1965 39,3 Prozent erzielte, und machte sie für die bisherigen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP koalitionsfähig. Mit dem Eintritt der SPD in die große Koalition 1966 hatte sich die im Godesberger Programm angelegte Strategie bewährt.
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