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    Jeremias Gotthelf Die schwarze Spinne Autor und Werk Inhalt und Thema der Novelle Aufbau und Struktur. Figurencharakterisierung/-konstellation Erzählweise Zentraler ...

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    Jeremias Gotthelf (* 4. Oktober 1797 in Murten, Kanton Freiburg; † 22. Oktober 1854 in Lützelflüh, Kanton Bern) war das Pseudonym des Schriftstellers und Pfarrers Albert ...

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Jeremias Gotthelf

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Jeremias GotthelfJeremias Gotthelf
Artikelgliederung
1

Einleitung

Jeremias Gotthelf, eigentlich Albert Bitzius, (1797-1854), Schweizer Schriftsteller. Er war ein Vertreter des literarischen Realismus zur Zeit des Biedermeier innerhalb der schweizerischen Literatur. Darüber hinaus schuf er mit der Novelle Die schwarze Spinne (1843) ein Meisterwerk der phantastischen Literatur deutscher Sprache.

Gotthelf wurde am 4. Oktober 1797 als Sohn eines Pfarrers, Spross einer Altberner Patrizierfamilie, in Murten (Kanton Freiburg) geboren und verbrachte seine Jugend in Utzendorf, wohin man seinen Vater amtsversetzt hatte. Auf dem großen Pfarrhof eignete er sich landwirtschaftliche Fertigkeiten an und erhielt umfassenden Einblick in das Bauernleben. Danach studierte Gotthelf Theologie an der Berner Akademie (bis 1820), 1821 dann für ein Jahr an der Universität Göttingen. Nach einer Reise durch Norddeutschland war er als Vikar in der Gemeinde seines Vaters in Utzensdorf tätig, wobei er sich pädagogisch und liberalpolitisch engagierte. 1824 ging Gotthelf als Vikar zur Kirche zum Heiligen Geist nach Bern; 1832 wurde er Pfarrer in Lützelflüh im Emmental. Während dieser Zeit bemühte er sich, orientiert am Wirken Johannes Heinrich Pestalozzis, um eine Etablierung der allgemeinen Volksschule und kämpfte für Maßnahmen gegen den Alkoholismus. 1833 heiratete Gotthelf Henriette Zehnder, mit der er drei Kinder hatte. Zwischen 1841 und 1844 war er Redakteur des Neuen Berner Kalenders, für den er auch Kalendergeschichten schrieb. Bald war er schriftstellerisch so erfolgreich, dass Julius Springer, seit 1845 Gotthelfs Verleger, sich rühmen konnte, ihm „die höchsten Honorare im gesamten Buchhandel der Zeit zu zahlen”. Nachdem er sich kritisch gegen die pädagogischen Auffassungen des heimischen Erziehungsdepartements geäußert hatte, verlor Gotthelf 1845 seine Anstellung als Schulkommissär. Danach verbitterte er zusehends und trat der Schweiz immer konservativer gegenüber. Gotthelf starb am 22. Oktober 1854 in seiner Gemeinde Lützelflüh (Kanton Bern).

2

Werk

Gotthelf begann erst als 40-Jähriger mit dem Verfassen von Romanen und Erzählungen, die zumeist in der Berner Bauernwelt angesiedelt sind. Dann allerdings folgte eine ungeheuer fruchtbare literarische Produktion, wobei der Autor immer wieder Dialektelemente in die oftmals moralisch-belehrende Prosa einflocht, um deren Realismus und Volksnähe zu erhöhen. Grundlage, auch für die konservativ-sozialkritischen Töne von Gotthelfs Werk, war dabei ein religiös untermauertes Menschenbild, das das Personal bei aller psychologischen Differenzierung oftmals in Gut und Böse trennte. Hochsprache ist hier oftmals Bibelsprache. Den Namen des Erzählers im Debütroman Der Bauern-Spiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf (1837) nutzte der Autor in der Folge als Pseudonym. In den dreißiger Jahren entstanden außerdem die Predigt Die Wassernoth im Emmental (1838), der Roman Leiden und Freuden eines Schulmeisters (1838/39) und die moralisierende Erzählung Wie fünf Mädchen im Branntwein jämmerlich umkommen (1838), die die Gefahren des Alkoholismus beleuchtet. Gerade hier wird Gotthelfs Bemühen deutlich, die didaktische Absicht des Pfarrers auch im literarischen Bereich fortzuschreiben und die Leserschaft im rechten Leben zu unterweisen. Allerdings werden diese Vorgaben immer wieder zugunsten eines episch breiten und komplexen Erzählens aufgegeben – so etwa bei der Auftragsarbeit der Berner Sanitätskommission gegen Kurpfuscherei, Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Dokteren geht (2 Tle., 1843/44).

Zu den bekanntesten Werken Gotthelfs zählen der Roman Wie Uli der Knecht glücklich wird. Eine Gabe für Dienstboten und Meisterleute (1841), der einen lasterhaften Untergebenen mit eindeutig lehrhaftem Impuls an die Adresse der Bauernschaft („Merke Dir das, lieber Leser!”) zur Erkenntnis seiner wahren Bestimmung führt, sowie dessen Fortsetzung Uli der Pächter (1849), in der das „Kind des Augenblicks” zum „Sohn der Ewigkeit” transzendiert – beides gelungene Beispiele der Dorfgeschichte. Ähnlich wie Der Geldstag (1846), so illustriert auch Uli der Pächter mit seiner vehementen Kapitalismus- bzw. Materialismuskritik den sozialpolitischen Antrieb des Gotthelf’schen Spätwerks: In Geld und Geist (1843/44) werden Habgier und echter Gottesglaube bereits im Titel antithetisch nebeneinandergestellt. Mit dem Moment des Phantastischen spielt die um Rahmen- und Binnenhandlung meisterhaft verzahnte – von Paul Heyse hoch geschätzte und 1998 von Urs Widmer dramatisierte – Novelle Die schwarze Spinne (1842), die im ersten Teil der Sammlung Bilder und Sagen aus der Schweiz erschien. Das Dingsymbol der Spinne wird hier zum vieldeutigen Mittelpunkt eines Teufelspakts, der zwei Generationen von Bauern ins Verderben stürzt, bevor Unglaube und Hochmut durch nachfolgende Geschlechter überwunden werden: „man fürchtete die Spinne nicht, denn man fürchtete Gott”. Humoristisch hingegen sind die Erzählungen Wie Joggeli eine Frau sucht (1841) und Michels Brautschau (1849). Weitere Werke des Autors sind Elsi, die seltsame Magd (1843), Jakobs, des Handwersgesellen, Wanderungen durch die Schweiz (1846/47), Käthi, die Großmutter (1847), Das Erdbeeri Mareili (1850), Die Käserei in der Vehfreude (1850), Zeitgeist und Berner Geist (1851), Barthli der Korber (1852). Zu Gotthelfs erklärten Bewunderern gehörten und gehören u. a. Gottfried Keller, Walter Muschg, Franz Böni und Werner Günther.

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