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Peter Hacks

Enzyklopädieartikel

Peter Hacks (1928-2003), Schriftsteller. Neben Heiner Müller ist er der bekannteste Vertreter der deutschen Literatur der DDR. Neben Dramen, Gedichten und Essays schrieb er vor allem Kinderbücher.

Hacks wurde am 21. März 1928 als Sohn eines sozialdemokratischen Rechtsanwalts in Breslau geboren. 1947 begann er ein Studium der Soziologie, Philosophie, Literatur- und Theaterwissenschaft in München. Nach Anfangserfolgen in der Bundesrepublik, vor allem als Autor für Hörspiele, übersiedelte Hacks aus ideologischen Gründen 1955 in die DDR und ging zum Berliner Ensemble Bertolt Brechts, der ihn in die DDR eingeladen hatte. In Ostberlin entstanden zahlreiche Dramen in der Nachfolge Brechts, so z. B. das pazifistische Stück Die Schlacht bei Lobositz (Uraufführung 1956), mit dem ihm der Durchbruch gelang, oder Der Müller von Sanssouci (Uraufführung 1958). Zu den zeit- bzw. gesellschaftskritischen Stücken der sechziger Jahre gehört Die Sorgen und die Macht (Uraufführung 1960), ein im Umfeld des Bitterfelder Wegs entstandenes Stück, das ihm die Kritik der SED-Führung einbrachte; wegen angeblicher „Verunglimpfung der führenden Rolle der Arbeiterklasse” wurde die Aufführung 1962 abgesetzt: Hacks verlor seine Arbeit als Dramaturg und Hausautor des Deutschen Theaters in Berlin, die er 1960 angetreten hatte. Ein Jahr später nahm das Bochumer Schauspielhaus Das Volksbuch vom Herzog Ernst wegen der Haltung des Autors zum Bau der Berliner Mauer vom Spielplan. Das Monodrama Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe (Uraufführung 1976) war Hacks’ bisher größter Erfolg. Seine Popularität in der Bundesrepublik ging stark zurück, als er sich im Rahmen der Ausweisung Wolf Biermanns 1977 für das Vorgehen der DDR-Behörden aussprach. Erneut wurden Stücke des Autors aus dem Programm westdeutscher Bühnen genommen. Die Befürchtungen des überzeugten Sozialisten, nach der Wiedervereinigung „gar nicht mehr gespielt zu werden”, bewahrheiteten sich allerdings nicht. 1991 trat Hacks aus dem Deutschen PEN-Zentrum (Ost) aus.

Im Laufe der Zeit wich Hacks immer mehr von Brechts Theaterauffassung ab und orientierte sich stattdessen an William Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe oder Bernard Shaw. Er verfasste mehrere Essays, u. a. Oper (1976), Die Maßgaben der Kunst (1977) und Schöne Wirtschaft (1989) sowie eine Vielzahl von Kinderbüchern wie Das Windloch (1956), Das Turmverlies (1962), Der Bär auf dem Försterball (1965), Jules Ratte oder Selber lernen macht schlau (1982) oder Liebkind im Vogelnest (1987). 1989 erschien das Trauerspiel Jona, 1994 das Kinderbuch Leberecht am schiefen Fenster mit Illustrationen von Ruth G. Mossner. Weitere Werke des Autors sind die Dramen Eröffnung des indischen Zeitalters (Uraufführung 1955), Der Frieden (Uraufführung 1962, nach Aristophanes), Moritz Tassow (Uraufführung 1965), Amphitryon (Uraufführung 1968), Margarete in Aix (Uraufführung 1969), Adam und Eva (Uraufführung 1973), Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern (Uraufführung 1975, nach Goethe), Rosie träumt (Uraufführung 1975, nach Hrotsvith von Gandersheim), Prexaspes (Uraufführung 1976), Senecas Tod (Uraufführung 1980), Pandora (1981, nach Goethe), Fafner, die Bisam-Maus (Uraufführung 1992) und Genovefa (Uraufführung 1995). Hacks starb am 28. August 2003 in seinem Haus bei Berlin.

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