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Nina Hagen

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Nina Hagen während des Konzerts „Rock in Rio”Nina Hagen während des Konzerts „Rock in Rio”

Nina Hagen, eigentlich Catharina Hagen, (*1955), deutsche Rock-Sängerin. Mit ihrer modulationsreichen Stimme und ihrem exzentrischen Auftreten zählt sie seit Ende der siebziger Jahre zu einer der auffälligsten Persönlichkeiten der deutschen Popmusik.

Sie wurde am 11. März 1955 als Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen in Ostberlin geboren. Im Alter von zehn Jahren zog sie mit ihrer Mutter zu deren neuem Lebenspartner, dem Liedermacher Wolf Biermann. Bereits mit 17 war sie in der damaligen DDR ein Schlagerstar. Als Biermann aus der DDR ausgewiesen wurde, folgte ihm Nina Hagen 1976 in den Westen. In London kam Hagen in Berührung mit Punk und Reggae und lernte u. a. Johnny Rotten von den Sex Pistols kennen. Nach kurzer Zusammenarbeit mit der Frauenband The Slits kehrte sie 1977 nach Deutschland zurück.

In der Folge wandelte sich die Sängerin, die bereits in der DDR als Kultfigur gegolten hatte, zu einer exzentrischen und provokativ schrillen Rock-Interpretin. Mit ihren beiden ersten, zukunftsweisenden LPs Nina Hagen Band (1978, mit den Musikern von Lokomotive Kreuzberg, aus denen später die Band Spliff hervorging) und Unbehagen (1979) leistete sie einen einflussreichen Beitrag zur deutschen New Wave- und Punk-Welle. Besonders die erste Platte gilt mit ihren aggressiv-witzigen Texten, dem kunstvoll exaltierten Gesang und der professionellen Instrumentalbegleitung als Meilenstein der deutschen Rockmusik.

Obwohl Nina Hagen an den Erfolg ihrer beiden ersten Alben nicht mehr anknüpfen konnte, ist sie eine der wenigen deutschen Rock-Stars von internationalem Format geblieben. Lange Zeit war die oft schrill geschminkte, mit skurrilem Schmuck behängte Sängerin mit „Berliner Schnauze” ebenso berühmt für ihre radikal feministischen Songs wie für ihre exzentrischen Auftritte. Zum Beispiel sorgte sie in der ORF-Talkshow „Club 2” für einen Skandal, indem sie dem überraschten Publikum verschiedene Masturbationstechniken demonstrierte.

Nina Hagen kennzeichnet eine ungewöhnlich modulationsreiche Stimme, die spielerisch-parodistisch zwischen Schlager, Punk, Chanson und voluminösem Opernton wechseln kann. Ihre späteren Platten, die das Punk-Erbe mit neuen Entwicklungen wie Rap- und Funkmusik verbinden, erhielten meist mäßige Kritiken, verkauften sich dessen ungeachtet in der Regel aber gut: Nunsexmonkrock (1982), Angstlos (1983), In Ekstasy (1985), Nina Hagen (1989), Street (1991), Revolution Ballroom (1994), freuD euch (1995) und BeeHappy (1996). Bemerkenswert ist ihre (auch als Single erschienene) Version des Zarah-Leander-Lieds Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen aus der LP Angstlos (1983). Ihr Album The Return of the Mother (2000) umfasst Coversongs von Zarah-Leander-Liedern.

Im Frühjahr 1998 trat Nina Hagen zusammen mit der Schauspielerin Meret Becker bei einem Brecht-Abend zum 100. Geburtstag des Dichters auf verschiedenen Theaterbühnen in Deutschland auf. In ihrem Programm Wir heißen beide Anna (der Titel ist dem Brecht-Stück Die sieben Todsünden entnommen) trugen sie Lieder und Texte Brechts vor. Unter dem Titel Ich bin ein Berliner. Mein sinnliches und übersinnliches Leben (1988) veröffentlichte sie einen Memoirenband. Durch ihre zahlreichen Medienauftritte in der Öffentlichkeit präsent, überrascht die bekennende Ufologin ihr Publikum bisweilen mit esoterischen und wirr-religiösen Äußerungen.

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