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  • Hartmann von Aue, Universitätsbibliothek, FU Berlin

    Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin: Fachinformation Fachinformationen, Germanistik ... Hartmann von Aue Umfassendes. http://www.fgcu.edu/rboggs/Hartmann/HvAMain ...

  • bibliotheca Augustana

    Der Autor . Über das Leben des ersten großen Dichters der hochhöfischen Zeit, Hartmann von Aue, ist wenig bekannt. Um 1160 geboren, stand er als Ministrale im Dienst eines Herrn ...

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Hartmann von Aue

Enzyklopädieartikel

Hartmann von Aue (zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts bis Anfang des 13. Jahrhunderts), mittelhochdeutscher Dichter. Mit Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Straßburg gehört er zu den bedeutendsten Epikern des Mittelalters. Durch sein didaktisches, teils gesellschaftskritisches Werk und seine klare Sprache avancierte er zum Vorbild nachfolgender Autoren.

Von der Biographie Hartmanns ist nur wenig bekannt. Auch seine alemannische Wirkungsstätte (Eglisau, Reichenau, Obernau oder Au bei Tübingen) ist nicht belegt; am wahrscheinlichsten ist noch Au bei Freiburg im Breisgau. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er eine lateinische Schulbildung genossen hat und zum unfreien Dienstadel der schwäbisch-alemannischen Ministerialen gehörte: Hartmann selbst bezeichnet sich in seinen Schriften als gelehrter Ritter. Möglicherweise hat er an einem der Kreuzzüge von 1189 bis 1190 bzw. von 1197 bis 1198 teilgenommen: Seine Kreuzzugslieder legen dies nahe (siehe Kreuzzugsdichtung). In Gottfrieds Tristan findet Hartmann als führender Epiker seiner Zeit Erwähnung.

Von Hartmann sind zahlreiche, gegen die Konvention der Minne gerichtete Minnelieder und Das Büchlein, eine Minnelehre mit mehr als 1 900 Versen, überliefert. Letztere ist als dialogisch-allegorisches Streitgespräch zwischen Herz und Leib gefasst. Mit Erec schuf er, in der Tradition des französischen Epikers Chrétien de Troyes stehend, das erste mittelhochdeutsche Epos um König Artus (siehe Artussage) und eine Vorform des Ritterromans. Weitere herausragende Werke sind die Verserzählungen Gregorius und Der arme Heinrich, die den Sagenstoff um eine religiöse Komponente bereichern. Letzterer berichtet von der Rettung eines sinnenfrohen Ritters durch die Opferbereitschaft einer Jungfrau. Der Stoff wurde von Gerhart Hauptmann, Ricarda Huch und Tankred Dorst neu bearbeitet. Iwein, Hartmanns letztes Werk, knüpft an die Artusthematik des Erec an und schildert die höfische Welt jener Zeit und zielt wie das Gesamtwerk darauf ab, die in der Krise befindliche Gesellschaft mit neuem Sinn zu füllen (neues Minneideal, Standesdenken, religiöse Wertgebung etc.).

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