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Windows Live® Suchergebnisse Ricarda HuchEnzyklopädieartikel
Ricarda Huch, Pseudonym Richard Hugo, (1864-1947), Schriftstellerin und Historikerin. Sie wurde am 18. Juli 1864 in Braunschweig geboren. 1887 ging sie nach Zürich, wo sie Geschichte und Philosophie studierte und als eine der ersten deutschen Frauen ihr Studium mit einer Promotion abschloss. Anschließend arbeitete Huch an der Zürcher Stadtbibliothek. Danach war sie Lehrerin in Bremen. 1898 heiratete Huch in Wien den italienischen Zahnarzt Ermanno Ceconi, von dem sie 1906 geschieden wurde. Die anschließende Beziehung mit ihrem Vetter Richard Huch, dem früheren Mann ihrer Schwester, währte bis 1910. Nach der Trennung lebte sie als freie Schriftstellerin. Aus Protest gegen die Machtergreifung Hitlers trat Huch 1933 aus der Preußischen Akademie der Künste aus. Sie starb am 17. November 1947 in Schönberg (heute ein Stadtteil von Kronberg im Taunus). Ihr Bericht über den deutschen Widerstand, Der lautlose Aufstand, wurde von Günter Weisenborn bearbeitet und posthum 1953 herausgegeben. Huchs frühe Arbeiten – so die Gedichte (1891), das Drama Evoë! (1892) und der Roman Vita somnium breve (1903, 1913 unter dem Titel Michael Unger) – tragen Züge der Neuromantik und des Jugendstils und sind getragen von einem phantasievoll-subjektiven, bisweilen ornamentalen Ton. Ihre zweibändige Studie Romantik (1899-1902) führte zu einer Neuentdeckung der Romantik und half, den Naturalismus in der Literatur zu überwinden. Im Laufe ihres Schaffens allerdings tendierte die Autorin immer mehr zu einer objektivistischen Kunstauffassung, was sich u. a. in ihrer Bearbeitung historischer Stoffe manifestierte. Einen Markstein in dieser Hinsicht stellt das dreibändige Werk Der große Krieg in Deutschland (1912-1914) dar, eine wissenschaftlich wie literarisch beeindruckende Darstellung des Dreißigjährigen Krieges. Nach dem 1. Weltkrieg schrieb Huch einige religionsphilosophische Schriften, die ihre Hinwendung zum Christentum dokumentieren. Ihre Deutsche Geschichte (1934-1949) ist eine kritische Aufarbeitung deutscher Vergangenheit vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Darüber hinaus schrieb Huch Biographien über Gottfried Keller (1904) und Giuseppe Garibaldi (1906/07). Weitere Werke sind die Erzählungen Fra Celeste und andere Erzählungen (1899), Seifenblasen (1905) und Der wiederkehrende Christus (1926), der Gedichtband Herbstfeuer (1944), der Roman Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren (1893) sowie Aus der Triumphgasse (1902), Frühling in der Schweiz (1938) und Weiße Nächte (1943).
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