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Indische Philosophie

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2.3

Die Systeme

In den jüngeren Upanishaden, die um 500 v. Chr. entstanden, wird die Tradition der Veden fortgeführt. Hieraus gingen die sechs orthodoxen Systeme (darshanas) der indischen Philosophie hervor. Die sechs Darshanas sind inhaltlich zum Teil eng miteinander verbunden:

Im Zentrum der Mimansa (Sanskrit: Erörterung), die mit Panini und Jaimini im 3. Jahrhundert n. Chr. beginnt, steht die Kommentierung der Veden, die für ewig gehalten werden. Der spätere Philosoph Kumarila, der im 8. Jahrhundert n. Chr. lebte, entwarf ein System, in dessen Zentrum eine Linguistik stand, die zur Deutung der Veden diente.

Der Vedanta hat die Upanishaden, die Brahmasutren und die Bhagavadgita zur Grundlage. Letztere lehrt drei Wege der Erlösung (moska): den Weg der Tat (karma), den Weg der Frömmigkeit (bhakti) und den Weg des Wissens (jnana). Der bedeutendste Philosoph des Vedanta ist Shankara, einer der wichtigsten indischen Philosophen überhaupt, der die Lehre von der Maya weiterentwickelte. Die zentrale Aussage seiner Philosophie kommt in dem Satz zum Ausdruck, dass das Wirkliche dasjenige wäre, dessen Negation unmöglich sei.

Im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand das philosophische System Samkhya (Sanskrit: Zahl, Aufzählung) das einen Versuch darstellt, die Grundprinzipien der Welt nach der Zahl zu bestimmen. Waren anfangs noch zwei Prinzipien 6ndash; purusha, alles Geistige, und prakriti: alles Naturhafte – bestimmend, so wurde seit dem 15. Jahrhundert eine unterschiedliche Auffassung vertreten: Das Selbst wird von Citta (Denken) unterschieden.

Im 2. Jahrhundert n. Chr. verfasste Patanjali ein umfangreichen Regelwerk, das Yogasutra, in dem er Yoga als philosophisch-religöses System darstellt und eine Anleitung zur Meditation enthält. Diese zielen darauf ab, durch die Aufhebung der Denkfunktionen (citta) und das Freiwerden von der Materie (kaivalya) zur Selbstvervollkommnung zu gelangen, die in der Harmonisierung von Körper, Geist und Seele besteht.

Ebenfalls im 2. Jahrhundert entstand Nyaya (Sanskrit: Grundsatz, Argument, Richtschnur), bei dem es sich um ein System der Logik handelt. Das Grundwerk des Nyaya geht auf die Sutren des Akshapada zurück und erreichte den Höhepunkt seiner Verbreitung im 10. Jahrhundert n. Chr. unter Udayana. Der Nyaya entwickelt eine eigene Syllogistik, eine Ursachenlehre und eine Metaphysik.

Zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. entstand Vaisheshika (Sanskrit: sich auf die Unterschiede beziehen), das zu einem der orthodoxen philosophischen Systeme der indischen Philosophie gehört. Es wurde von Kanada entwickelt und im Vaisheshika-Sutra dargestellt. Das Vaisheshika, das eine naturphilosophische Ergänzung des Nyaya ist, verschmolz nach dem 9. Jahrhundert n. Chr. zum so genannten Nyaya-Vaisheshika. Dies bildete eine rationale Schlusslehre sowie ein allgemeines Kategoriensystem der Erkenntnis (Substanz, Qualität, Tätigkeit, Bewegung, Allgemeinbegriff, Besonderheit, Inhärenz und Negation) aus. Ferner vertritt sie eine Atomistik, wonach die Welt aus kleinen, nicht weiter teilbaren Teilen besteht (siehe Atomisten), wobei die Gesamtordnung einerseits aus dem Karma, anderseits aus der allgemeinen Weltseele hergeleitet wird.

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