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Windows Live® Suchergebnisse JosephinismusEnzyklopädieartikel
Josephinismus, zusammenfassende Bezeichnung für die durch Kaiser Joseph II. (zusammen mit seinem Staatskanzler Graf Kaunitz) im Habsburgerreich im Sinne des aufgeklärten Absolutismus betriebenen Reformen. Im Zentrum stand die schon unter Maria Theresia begonnene Umgestaltung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche, die weitgehend der Staatsaufsicht unterworfen wurde. 1781 verfügte Joseph II. die Aufhebung von über 400 Klöstern und gewährte Nichtkatholiken die gleichen Rechte wie den Katholiken. Mit einem Toleranzpatent leitete er 1782 die volle Emanzipation der Juden ein; die Zensur wurde gemildert und die Folter abgeschafft. Zentralisierende Maßnahmen, u. a. die Vereinheitlichung der Verwaltung und die Neuordnung des Rechtswesens, kultur-, schul- und bildungspolitische Reformen provozierten Aufstände in den um größere Eigenständigkeit kämpfenden Regionen des Vielvölkerreiches (1788 in Ungarn, 1789 in den Österreichischen Niederlanden). Im Zuge tief greifender, merkantilistischer Wirtschaftsreformen entließ Joseph II. 1781 die Bauern aus der Leibeigenschaft, hob den Zunftzwang auf und führte gegen den Widerstand des Adels eine allgemeine, auch den Adel betreffende Grundsteuer ein. Zwar musste er unter dem Druck der Opposition, angeführt von Klerus und Adel, noch auf dem Sterbebett zahlreiche Reformen zurücknehmen, hatte aber mit seinem Reformwerk bereits die Grundlagen für das moderne Österreich geschaffen.
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