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Windows Live® Suchergebnisse KarstEnzyklopädieartikel
Karst, Bezeichnung für alle durch Lösungsverwitterung (Korrosion) in Kalk- und Gipsgesteinen entstandene Formen. Das Gestein wird bei diesem Prozess durch das im Wasser enthaltene Kohlendioxid gelöst und abtransportiert. Die Intensität der Lösung ist dabei abhängig von den äußeren Bedingungen. Grundsätzlich gilt, dass kaltes Wasser mehr Kohlendioxid aufnehmen kann und damit auch die Intensität der Lösungsverwitterung größer ist. Verstärkend wirkt sich auch ein erhöhter Druck aus. Umgekehrt bedeutet dies, dass mit zunehmenden Wassertemperaturen und abnehmendem Druck der im Wasser gelöste Kalk oder Gips als so genannter Sinter wieder ausgeschieden wird. Der Karst kann eingeteilt werden in den bedeckten Karst und den nackten Karst sowie in den oberirdischen bzw. unterirdischen Karst. Von bedecktem Karst spricht man, wenn die Lösungsverwitterung unter einer geschlossenen Pflanzendecke vor sich geht, während die Vegetation beim nackten Karst vollständig fehlt. Unter dem Begriff oberirdischer Karst werden alle Formen zusammengefasst, die sich direkt auf der Oberfläche des Gesteinskörpers befinden. Der unterirdische Karst bezeichnet dagegen Formen, die sich im Inneren des Gesteins befinden, wie z. B. Höhlen. Durch Korrosion entstandene Karstformen findet man überall auf der Erde. Je nach Klimazone unterscheidet sich der entstandene Formenschatz. So bildet sich im tropischen Klima der Turm- und Kegelkarst, wie man in beispielsweise im Süden Chinas und im Süden Thailands findet. Isoliert stehende, hoch aufragende Kegel und Türme kennzeichenen diese bizarre Landschaftsform. Typische Karstformen, die man in den gemäßigten Breiten Deutschlands findet, sind z. B. Dolinen (kessel- oder trichterförmige Hohlformen), Höhlen (z. B. die Tropfsteinhöhlen der Schwäbischen Alb) und Karren (kleinste Form der Lösungsverwitterung, z. B. in Form von Rinnen, die sich entlang von Klüften bilden). Typische Karstformen der Mittelmeerregion sind u. a. die Polje, eine große, wannenförmige Hohlform mit flachem Boden, auf dem die nicht löslichen Sedimente abgelagert werden. Charakteristisch für Karstlandschaften ist ihre Trockenheit. Die starke Zerklüftung des Gesteins führt dazu, dass das Wasser sehr schnell in den Klüften verschwindet und unterirdisch abfließt. Als so genannte Karstquelle tritt es dann wieder zu Tage, wenn es auf eine wasserundurchlässige Gesteinsschicht trifft. Die teilweise stark schüttenden Quellen sind oft großen Schwankungen unterworfen, da das Karstwassersystem nach einem Niederschlag sehr schnell entleert wird und erst mit den nächsten Regenfällen wieder aufgefüllt werden muss.
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