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Heinar Kipphardt

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Heinar KipphardtHeinar Kipphardt

Heinar Kipphardt (1922-1982), Schriftsteller. In den sechziger Jahren war er neben Peter Weiss einer der zentralen Vertreter des dokumentarischen Theaters innerhalb der deutschen Literatur (siehe Dokumentartheater).

Kipphardt wurde am 8. März 1922 in Heidersdorf (Schlesien) geboren. Nach einem Studium der Medizin in Bonn, Köln, Königsberg, Breslau, Würzburg und Düsseldorf arbeitete er zunächst als Facharzt für Psychiatrie, u. a. in der Ostberliner Charité. Im 2. Weltkrieg musste er als Soldat an die Ostfront nach Russland. Von 1951 bis 1959 war er Chefdramaturg am Deutschen Theater Berlin, kündigte den Vertrag nach Auseinandersetzungen um den Spielplan aber auf. Kurz vor dem Bau der Berliner Mauer übersiedelte Kipphardt 1959 in die Bundesrepublik und ließ sich nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf (Dramaturg am dortigen Schauspielhaus) 1960 in München nieder; hier lebte er zunächst als freier Schriftsteller (1960-1969) und war dann für drei Jahre Chefdramaturg der Münchner Kammerspiele. Kipphardt war Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Er starb am 18. November 1982 im bayerischen Angelsbruck. Unter anderem erhielt er den Nationalpreis der DDR (1953), den Gerhart-Hauptmann-Preis, den Adolf-Grimme-Preis (1965) und den Prix Italia (1976).

In seinen Gedichten und Erzählungen, vor allem aber in seinen dokumentarisch-sozialkritischen Dramen setzte sich Kipphardt vor allem mit der Kriegs- und Nachkriegszeit auseinander. Dabei war er deutlich vom epischen Theater Bertolt Brechts geprägt. Zu seinen bedeutenden Theaterstücken gehören Der Hund des Generals (1962), In der Sache J. Robert Oppenheimer (1964, über das Verhör des Atomphysikers J. Robert Oppenheimer vor McCarthys Ausschuss für unamerikanische Umtriebe), Die Soldaten (1968, nach Jakob Michael Reinhold Lenz) und Bruder Eichmann (posthum 1983, über den so genannten Eichmann-Prozess Adolf Eichmanns in Israel). In In der Sache J. Robert Oppenheimer und in Bruder Eichmann griff er dabei stark auf authentisches Material (vor allem Sitzungsprotokolle) zurück. Weitere Werke sind Shakespeare dringend gesucht (1954), Die Ganovenfresser (1964), Der Mann des Tages und andere Erzählungen (1977) und Traumprotokolle (1981). In seinem 1976 verfilmten und 1980 als März, ein Künstlerleben dramatisierten Roman März (1976) erarbeitete Kipphardt unter Einbezug seiner Erfahrungen in der Psychiatrie das Psychogramm eines schizophrenen Dichters.

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