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Karl Krolow

Enzyklopädieartikel

Karl Krolow, Pseudonym Karol Kröpcke, (1915-1999), Schriftsteller. Er war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts.

Krolow wurde am 11. März 1915 in Hannover geboren. Zwischen 1935 und 1942 studierte er Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Breslau und Göttingen. Danach war er als freier Schriftsteller tätig. 1951 übersiedelte Krolow von Göttingen zurück nach Hannover. Seit 1956 lebte er in Darmstadt. 1960/61 bzw. 1964 hatte er eine Gastdozentur für Poetik in Frankfurt/Main bzw. in München inne. 1966 wurde Krolow Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und war zwischen 1972 und 1975 deren Präsident (danach wieder Vizepräsident). Zudem war er Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Krolow erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis (1956), den Rilke-Preis (1975) und den Hölderlin-Preis (1988).

Bereits während seines Studiums begann Krolow, formstrenge, an Oskar Loerke, Elisabeth Langgässer und Rainer Maria Rilke geschulte Naturlyrik zu schreiben, die nach 1945 neben Essays und Rezensionen regelmäßig in Zeitschriften und im Rundfunk veröffentlicht wurde. Ende der vierziger Jahre erschienen seine Werke auch in der DDR, so der Band Heimsuchung von 1948. In den fünfziger und sechziger Jahren beschäftigte sich Krolow mit der Lyrik der spanischen Literatur und dem französischen Surrealismus: Zahlreiche Übersetzungen, darunter Spanische Gedichte des 20. Jahrhunderts (1962) und Die Barke Phantasie. Zeitgenössische französische Lyrik (1957), entstanden. Eigene Gedichtbände dieser Zeit waren Unsichtbare Hände (1962), Landschaft für mich (1966) und Bürgerliche Gedichte (1970). In der Folge wich das träumerisch-stimmungshafte von Krolows frühen Gedichten immer mehr einem präzisen, teils ironischen Ton. Reflexion und epigrammatische Formen werden vorherrschend (Zeitvergehen, 1972; Der Einfachheit halber, 1977; Zwischen Null und unendlich, 1982). Auch sind, ähnlich wie im Erzählwerk (Melanie. Geschichte eines Namens, 1983), immer stärker autobiographische Momente miteinbezogen (Das andere Leben, 1979; Im Gehen, 1981). Krolow starb am 21. Juni 1999 in Darmstadt

Weitere Werke Krolows sind die Gedichtbände Wind und Zeit (1954), Tage und Nächte (1956), Zeitvergehen (1972), Herbstsonette mit Hegel (1981), Schönen Dank und vorüber (1984), Als ich soweit war (1988), Ich höre mich sagen (1992) und Die zweite Zeit (1995) sowie die Prosatexte Poetisches Tagebuch (1966), Minuten-Aufzeichnungen (1968) und In Kupfer gestochen. Observationen (1987). Als Essayist trat er mit Schattengefecht (1964) und Ein Gedicht entsteht (1973) hervor. Krolows Kindheit in Hannover beschreibt der Prosaband Nacht-Leben oder Geschonte Kindheit von 1985.

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