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Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft

Enzyklopädieartikel

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), kollektiver landwirtschaftlicher Großbetrieb in der DDR. Nach dem Vorbild der sowjetischen Kolchosen wurden LPGs seit 1952 gebildet. Durch freiwilligen Zusammenschluss von Bauern und Landarbeitern wie durch wirtschaftlichen und moralischen Druck sowie Zwangskollektivierungen wurde die LPG bis 1960 alleinige landwirtschaftliche Betriebsform in der DDR. Grund und Boden blieben Eigentum der LPG-Mitglieder, das Nutzungsrecht hatten sie jedoch der LPG abgetreten. Im Interesse möglichst rationeller Produktion war die Bildung zunehmend größerer Betriebseinheiten (durchschnittlich 4600 Hektar) von der Spezialisierung auf Tier- oder Pflanzenproduktion begleitet. Nach Abschluss der Kollektivierung wurde insbesondere die überbetriebliche Zusammenarbeit entwickelt. Die Produktivität der LPGs litt vor allem unter Problemen der zentralen Planung, der Beschäftigungspolitik und dem Motivationsmangel der LPG-Mitglieder. Deren Produktionsleistung pro Arbeitskraft erreichte knapp die Hälfte jener der landwirtschaftlich Beschäftigten in der Bundesrepublik. Mit Beitritt der DDR zur Bundesrepublik 1990 begann die Entflechtung der LPGs und die Neustrukturierung der Landwirtschaft nach den im Landwirtschaftsanpassungsgesetz festgelegten Grundsätzen.

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