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Else Lasker-Schüler

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Else Lasker-SchülerElse Lasker-Schüler

Else Lasker-Schüler, eigentlich Elisabeth Lasker-Schüler, (1869-1945), Schriftstellerin. Ihr literarisch eigenständiges Werk beeinflusste den literarischen Expressionismus, zu dessen Berliner Kreis sie zeitweise gehörte – und den sie im eigenen Spätwerk überwand. Ihre Lyrik ist geprägt von starker Emotionalität, die zunehmend religiös-mythisierende Züge annimmt. Zu ihrem Bekanntenkreis gehörten u. a. Gottfried Benn, Alfred Döblin, George Grosz, Franz Marc, Franz Werfel, Kokoschka und Karl Kraus.

Lasker-Schüler wurde am 11. Februar 1869 als Tochter eines Großrabbiners in Elberfeld (heute ein Stadtteil Wuppertals) geboren und führte ein äußerst unstetes Leben. Nach Schulabbruch und Privatunterricht im Bankiershaushalt der Eltern zog sie 1894 mit ihrem ersten Mann Berthold Lasker nach Berlin, wo sie zur Boheme gehörte. Die Freundschaft zu Peter Hille brachte sie in Kontakt mit der dortigen Künstlerkolonie Neue Gemeinschaft. 1903 trennte sie sich von ihrem Mann und heiratete den Herausgeber des Sturm, Herwarth Walden, mit dem sie neun Jahre zusammenblieb. Lasker-Schülers erster, bereits in eskapistisch-traumhaften Bereichen angesiedelter Gedichtband Styx erschien 1902, der Prosa-Erstling Der siebente Tag 1905. Ein Jahr später kam Lasker-Schülers Peter-Hille-Buch heraus. 1909 erschien mit Die Wupper das erste Drama der Autorin, 1910 kreierte sie die Selbstbezeichnung Prinz von Theben, ein Beleg für Lasker-Schülers Hang zur literarischen Flucht in orientalisch-märchenhafte Bereiche. Als ein Höhepunkt ihres lyrischen Schaffens gelten die apokalyptisch-ekstatischen Hebräischen Balladen (1913). In jener Zeit entstanden auch der Briefroman Mein Herz. Ein Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen (1912) und Der Malik (1919), der Versuch, die Erfahrung des 1. Weltkrieges zu verarbeiten.

1932 erhielt Lasker-Schüler den Kleist-Preis zugesprochen. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 musste sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft das nationalsozialistische Deutschland verlassen; sie floh in die Schweiz: Ihr zuvor entstandenes christlich-jüdisches Versöhnungsdrama Arthur Aronymus wurde nicht mehr aufgeführt. Eine Reise nach Palästina verarbeitete sie in dem 1934 veröffentlichten Band Das Hebräerland. 1937 übersiedelte Lasker-Schüler nach Jerusalem, wo sie verarmt am 22. Januar 1945 starb. Zwei Jahre vor ihrem Tod erschien der von schwermütigem Duktus getragene Gedichtband Mein blaues Klavier (1943), ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz und Humanität. Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft in Wuppertal beschäftigt sich mit dem Werk der Autorin.

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