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Windows Live® Suchergebnisse Gustav MeyrinkEnzyklopädieartikel
Gustav Meyrink, ursprünglich (bis 1917) Gustav Meyer, (1868-1932), österreichischer Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem durch seinen okkult-phantastischen Roman Der Golem (1915). Meyrink wurde am 19. Januar 1868 in Wien geboren. Nachdem er die Prager Handelsakademie besucht hatte, gründete er mit einem Neffen Christian Morgensterns ein Bankhaus, das nach Unterschlagungsgerüchten schließen musste. Daraufhin übersiedelte Meyrink zurück nach Wien, wo er 1903 Redakteur der humoristischen Zeitschrift Der liebe Augustin wurde. Bis 1908 war er außerdem Beiträger des Simplicissimus. 1912 veröffentlichte Meyrink gemeinsam mit dem Satiriker Alexander Roda Roda (1872-1945) die Komödie Der Sanitätsrat. Seine antibürgerliche Grundhaltung zeigte sich auch in den Novellensammlungen Der Saturnring (1907) und Des deutschen Spießers Wunderhorn (3 Bde., 1913): Letztere, die die grotesk-phantastischen Erzählungen Der heiße Soldat (1903), Orchideen (1904) und Wachsfigurenkabinett (1908) enthält, wurde 1916 in Österreich verboten und durfte in der Gesamtausgabe von 1917 nur zensiert erscheinen. Bekannt wurde Meyrink vor allem mit dem im alten Prag des 16. Jahrhunderts spielenden Roman Der Golem (1915), der auf die Legende um Rabbi Löw und seine zum Leben erweckte Lehmfigur, den Golem, zurückgeht, die dem Kaiser das Leben rettet, sich gegen ihren Schöpfer wendet und schließlich von einem Kind besiegt werden kann. Hier sind religiös-mystische Ideen mit buddhistischen und kabbalistischen Vorstellungen vermischt. Der Roman wurde 1920 von Paul Wegener in einer dem Expressionismus verpflichteten Literaturverfilmung als Der Golem, wie er in die Welt kam verfilmt, einer der größten Erfolge der deutschen Stummfilmgeschichte; eine von Piotr Szulkin besorgte Neufassung kam 1980 unter dem Titel Golem in die Kinos. Meyrinks Affinität zum Esoterisch-Okkulten bzw. Phantastischen illustriert auch der Roman Das grüne Gesicht (1916) über die Legende vom Ewigen Juden mit einer atmosphärisch dichten Darstellung des Amsterdamer Ghettos. 1927 konvertierte er vom Protestantismus zum Mahayana-Buddhismus. Im gleichen Jahr erschien sein Roman Der Engel am Westlichen Fenster über die Geheimlehre der Rosenkreuzer. Meyrink starb am 4. Dezember 1932 in Starnberg. Zur Zeit des Nationalsozialismus waren seine Schriften verboten. Weitere Werke des Autors sind die Romane Walpurgisnacht (1917) und Der weiße Dominikaner (1921) sowie die Erzählungen Fledermäuse (1916) und Der violette Tod (1922).
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