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Windows Live® Suchergebnisse MilitarismusEnzyklopädieartikel
Militarismus, um 1860 in Frankreich von den Kritikern Napoleons III. geprägtes Schlagwort, das die Dominanz militärischer Ideologien in Staat und Gesellschaft bezeichnet. Kennzeichnend für den Militarismus ist eine Überbetonung militärischer Prinzipien (hierarchische Strukturen, Kadavergehorsam, Disziplin und Unterordnung) auch im öffentlichen und zivilen Leben, die Verherrlichung des Krieges, die Huldigung an das Recht des Stärkeren, eine Vorrangstellung der Kriegspolitik mit entsprechend hohen Rüstungsausgaben sowie eine Sonderstellung und -behandlung der Soldaten und insbesondere der militärischen Eliten. Die deutsche Politik seit der Reichsgründung 1871 war mit kurzer Unterbrechung in der Zeit zwischen den Kriegen stark geprägt von den militaristischen Traditionen des preußischen Soldatenstaates. In der Bismarck‘schen Verfassung war fixiert, dass jeder männliche Bürger einen siebenjährigen Militärdienst zu leisten hatte, bevor er sich seinem zivilen Leben widmen durfte. Im 1. Weltkrieg war der deutsche Staatsapparat zeitweilig völlig von der Obersten Heeresleitung abhängig. Um dem Rest der Welt die wiedergewonnene Stärke Deutschlands zu demonstrieren, nahmen die Nationalsozialisten bewusst das Gebaren des preußischen Militarismus wieder auf.
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