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Mittelohrentzündung

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Artikelgliederung
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Einleitung

Mittelohrentzündung, fachsprachlich Otitis media, Entzündung des Mittelohres, also der Paukenhöhle mit den Gehörknöchelchen.

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Ursachen und Symptome

Eine akute Mittelohrentzündung entsteht infolge einer Infektion durch Bakterien (wie Pneumokokken, Staphylokokken, Streptokokken oder Haemophilus-Arten) und/oder Viren (etwa Erkältungs- oder Grippeviren), die über die Ohrtrompete (auch Eustachische Röhre) ins Mittelohr aufsteigen. Die Ohrtrompete ist eine Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr und dient dem Druckausgleich zwischen Paukenhöhle und Rachen. Da Säuglinge und Kleinkinder eine besonders kurze, weite Ohrtrompete haben, sind sie relativ häufig von einer Mittelohrentzündung betroffen. Die Erreger können aber auch durch eine Verletzung des Trommelfells oder über die Blutbahn zum Mittelohr gelangen.

Symptome sind stechende oder klopfende Ohrschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Beeinträchtigungen des Gehörs. Im Verlauf der Infektion kann das Trommelfell einreißen, so dass eitriges Sekret aus dem Gehörgang fließt (Ohreiterung, „Ohrenlaufen”). Damit kommt es in der Regel zum Abklingen der Symptome; der Trommelfellriss heilt meist von selbst wieder zu.

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Therapie

Bakterielle Erreger werden mit Antibiotika bekämpft; außerdem setzt man schleimhautabschwellende Nasentropfen ein, die das Mittelohr über die Ohrtrompete erreichen (wohingegen Ohrentropfen nicht zum Mittelohr gelangen können). Weitere therapeutische Maßnahmen sind Wärmeanwendungen und der Einsatz von Schmerzmitteln. Bei Komplikationsgefahr kann unter örtlicher Betäubung (bei kleinen Kindern unter Vollnarkose) ein Trommelfellschnitt durchgeführt werden, eine so genannte Parazentese. Eine Komplikation ist insbesondere das Übergreifen der Entzündung auf das Mastoid, den knöchernen, so genannten Warzenfortsatz, der durch lufthaltige, mit Schleimhaut ausgekleidete Zellen strukturiert ist.

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Chronische Mittelohrentzündung

Eine chronische Mittelohrentzündung wird oft durch bakterielle Biofilme verursacht, die für Antibiotika kaum angreifbar sind (Journal of the American Medical Association, 2006). Zumindest kleine Kinder leiden außerdem häufiger als früher angenommen an einer Mischinfektion aus Bakterien und (gegen Antibiotika unempfindlichen) Viren (Clinical Infectious Diseases, 2006). Als Folgen einer chronischen Entzündung können eine bleibende Trommelfelldurchlöcherung, eine Schallleitungsschwerhörigkeit und eine Vereiterung des Mastoids auftreten, die u. a. eine Meningitis nach sich ziehen kann. Ein Trommelfelldefekt kann eventuell durch eine Gewebetransplantation (Tympanoplastik) behoben werden; geschädigte Gehörknöchelchen lassen sich durch Knochen- oder Knorpeltransplantate wieder aufbauen. Sind im Mastoid nicht nur die Schleimhaut, sondern auch knöcherne Strukturen befallen, müssen die vereiterten Stellen operativ entfernt werden.

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