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Windows Live® Suchergebnisse MoralitätEnzyklopädieartikel
Moralität (französisch moralité), anfangs in Latein verfasste allegorische Dramen religiös-moralischer Thematik, die ab 1400 zunächst in Frankreich, später auch in England und Deutschland zur Aufführung kamen. Im Unterschied zum Mysterienspiel mit seinen biblischen oder legendären Personen beruhen die Moralitäten auf Personifizierungen von Gut und Böse, Tugend und Laster etc., die um die Seele des Menschen ringen (siehe Allegorie). Unter Verzicht auf einen historischen Kontext sollen dabei Urmotive und Beweggründe menschlichen Handels aufgezeigt werden. Beliebte Figuren sind der Reiche, der nur widerwillig aus dem Leben scheidet, und der Arme bzw. Bettler, dem der Tod keinen Schrecken mehr bereitet. Diese Charaktere bestimmen auch die heute noch bekannteste Moralität, den englischen Everyman (anonym um 1500), den Hugo von Hofmannsthal in seinem Jedermann (1903-1911) adaptierte und der bis heute fester Bestandteil der Salzburger Festspiele ist. In England bereitete die zum Teil groteske Moralität den Übergang von den Mysterienspielen zum elisabethanischen Theater vor. Während der Reformation entwickelte sich die Moralität zum Mittel agitatorischer Einflussnahme. Markantestes Beispiel dafür ist der Pammachius (1538) des protestantischen Autors Thoman Naogeorgs, der in einer skurrilen Höllenszene die Krönung des Papstes durch den Teufel zeigt.
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