Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Abfallverbrennung", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Abfallverbrennung

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Abfallverbrennung

Enzyklopädieartikel

Abfallverbrennung oder Abfallverbrennung, allgemeine Bezeichnung für die Verbrennung von Abfällen (Haus- und Industriemüll, Sondermüll, Klärschlamm) in Abfallverbrennungsanlagen. Generell unterscheidet man Hausmüllverbrennungsanlagen von Sondermüll- und Klärschlammverbrennungsanlagen (siehe Abfallbeseitigung; Abwasserreinigung; Industrieabfälle).

In den meisten Fällen nutzt man die bei dem Prozess der Müllverbrennung entstandene Verbrennungswärme zur Strom-, Heißwasser- oder Dampferzeugung. Aus einer Tonne herkömmlichen Hausmülls lässt sich (je nach Zusammensetzung) beispielsweise eine Energiemenge von rund 500 Kilowattstunden erzielen. Wird zusätzlich Abwärme in Form von Heißwasser oder Dampf in ein Fernwärmenetz eingespeist, spricht man von einem Abfallheizkraftwerk.

Das Hauptziel der Abfallverbrennung ist die Reduzierung des Müllvolumens und dadurch die Entlastung der Abfalldeponien. Ferner sollen die im Abfall enthaltenen organischen Stoffe möglichst vollständig in nicht umweltbelastende Stoffe umgewandelt werden.

Eine Abfallverbrennungsanlage besteht u. a. aus einem Bunker, in dem der Müll zwischengelagert wird, einem Aufgabetrichter, in den der Müll mit Hilfe eines Greifarmes hineingegeben wird, und dem Drehrohrofen. Dort werden feste und dickflüssige Abfälle sowie – bei einer Sondermüllanlage – Sonderabfälle verbrannt; ferner enthält die Anlage eine Nachbrennkammer, einen Dampfkessel zur Abwärmeverwertung, eine Rauchgasreinigung und den Kamin. Die Verbrennungstemperaturen liegen zwischen 800 und 1 200 °C, die Verweildauer im Drehrohrofen beträgt bis zu einer Stunde, mit einer unterschiedlich langen Nachbrenndauer des Rauchgases in der Nachbrennkammer. Dadurch kann ein vollständiges Ausbrennen der Rauchgase sichergestellt werden. Durch ein spezielles Verfahren lässt sich die Sauerstoffzufuhr und damit die Verbrennung mit Hilfe von Infrarotkameras weiter optimieren. Die Kameras überwachen die Brennkammern und messen die Temperatur. Sie sind mit einem Computersystem gekoppelt, das die Luftzufuhr nach Bedarf regelt und so für optimale Verbrennungsverhältnisse sorgt.

In einem Rauchgasreinigungsverfahren werden die Rauchgase von Abfallinhaltsstoffen gereinigt. Flugasche und Stäube werden durch Elektrofilter größtenteils entfernt. Weitere Verbrennungsprodukte sind Schlacke und Asche, die entweder deponiert (oft als Sondermüll) oder weiterverwertet werden. Abgase und hochgiftige Reststoffe belasten die Umwelt. Die Errichtung von Abfallverbrennungsanlagen führt deshalb häufig zu langwierigen Kontroversen um den geeigneten Standort. In Deutschland gab es 2005 etwa 75 Hausmüllverbrennungsanlagen, in denen jährlich rund 17 Millionen Tonnen Hausmüll verbrannt werden.

Siehe auch Abfallbehandlung; Umweltanalytik

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft