Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Natur

Windows Live® Suchergebnisse

  • www.natur.de

    natur+kosmos ist das Magazin für Menschen, denen ein Leben mit der Natur wichtig ist.. ... natur+kosmos das nachhaltig faszinierende Magazin. Themen im Oktober: Nachwachsende ...

  • Tiere / Pflanzen / Pilze im Natur Lexikon

    Lexikalische Erfassung von Tieren und Pflanzen. Jeder Artikel ist bebildert.

  • Natur – Wikipedia

    Dieser Artikel behandelt den Begriff der Natur; zur gleichnamigen ehemalige Zeitschrift siehe Natur (Zeitschrift).

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Natur

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Natur (lateinisch natura: Geburt), allgemein die Gesamtheit aller nicht von Menschenhand geschaffenen Umwelt.

Die Natur als universelle Lebensspenderin, aber auch als Quelle vielfältiger Bedrohungen spielt in allen Mythen und Religionen eine zentrale Rolle. Von den Anfängen der Menschheit bis in das gegenwärtige Industriezeitalter hat das Erleben und die Bewertung der natürlichen Umwelt einen Bedeutungswandel erfahren, der von relativer Hilflosigkeit über den Gebrauch der ersten Werkzeuge bis hin zu radikalen Eingriffen in die Natur führte, wie sie sich in den heutigen Hochzivilisationen darstellt. In dem Maß, wie sich der Mensch die Natur nutzbar machte, entfernte er sich auch von ihr. Zugleich war die Natur jedoch auch immer Gegenstand romantischer Gefühle und religiöser Bewunderung (besonders in der Romantik). Diese Ambivalenz spiegelt sich u. a. im christlichen Naturbild, welches einerseits von Gottes Schöpfung spricht, andererseits den Herrschaftsanspruch des Menschen über die Natur erhebt („Macht Euch die Erde untertan”).

Die restlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, das Zurückdrängen der wilden Flora und Fauna im Namen des Fortschritts rief bereits im Zeitalter der Aufklärung die ersten Gegenentwürfe hervor. Erst in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstand jedoch eine politisch und gesellschaftlich bedeutende ökologische Bewegung, die zumindest partiell erfolgreich ein Bewusstsein für die Bedrohung der Natur weckte.

2

Die Natur in der Philosophie

In der Philosophie sind zwei Grundbedeutungen vorherrschend, die bereits die frühgriechische Redeweise von Natur prägen: 1. Natur in der Bedeutung von Wesen und innerer Beschaffenheit, wie sie auch in dem Spruch von der „Natur der Sache” zum Ausdruck kommt. 2. Natur in der Bedeutung von Werden, Entstehen und Wachstum. In diesem doppelten Sinne ist von Natur in der frühgriechischen Dichtung (u. a. bei Homer und Aischylos) die Rede. Theoretische Werke über die Natur sind bereits aus der so genannten ionischen Naturphilosophie überliefert, so etwa von Thales, Anaximander und Heraklit.

Die bis heute übliche Bedeutung von Natur als Inbegriff des Seins, das der menschlichen kulturellen Praxis entgegengesetzt ist, findet sich erstmals bei Platon und wird ausdrücklich von Aristoteles formuliert. Im griechischen Denken über Natur geht es zum einen um das Verhältnis von Natur (Physis) und Gesetz (Nomos) und zum anderen um das Verhältnis von Natur und Praxis bzw. Technik (techne: Kunstfertigkeit). Mit Aristoteles beginnt auch die Natur-Wissenschaft im engeren Sinne. Dabei steht in der antiken Naturforschung das Phänomen der Bewegung im Vordergrund. Natur kennzeichnet Aristoteles als dasjenige, was das Prinzip seiner Bewegung, d. h. sowohl räumliche (Fort-)Bewegung als auch Entwicklung, in sich selbst trägt. Von großer Bedeutung für den Aristotelischen Naturbegriff ist das Prinzip der Teleologie, d. h. der inneren Zielgerichtetheit des Naturgeschehens.

In der frühen Neuzeit, in der mit dem Zuwachs naturwissenschaftlicher Einsichten und entsprechender technischer Fähigkeiten die Natur in immer stärkerem Maße beherrschbar erscheint, wird die teleologische Betrachtungsweise zunehmend zurückgedrängt. Das früh-neuzeitliche Verständnis von Natur kommt zum Ausdruck in Francis Bacons Formel: „Die Natur kann man nur beherrschen, indem man ihr gehorcht.” Diese Auffassung gründet in dem vor allem seit dem Spätmittelalter maßgeblichen Gedanken, dass man die Natur durch eine Nachahmung ihrer Vorgänge mittels der Technik gleichsam überlisten müsse. Die moderne Naturwissenschaft (seit etwa dem 19. Jahrhundert) schließlich steht unter der Leitidee einer möglichst vollständigen Emanzipation von der Natur.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft