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Caspar Neher

Enzyklopädieartikel

Caspar Neher (1897-1962), Bühnenbildner, einer der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts.

Neher wurde am 11. April 1897 in Augsburg geboren. 1923 schuf er seine erste Ausstattung zu Heinrich von Kleists Käthchen von Heilbronn. Im selben Jahr begann auch die langjährige Zusammenarbeit mit seinem Jugendfreund Bertolt Brecht (Uraufführung von Im Dickicht der Städte), für den er antiillusionistische, narrative Räume schuf. So kreierte er 1926 für Mann ist Mann die mit den zahlreichen Spiel- und Deutungsebenen des Stücks korrespondierende so genannte Brecht-Gardine, ein halbhoher Vorhangstoff, der freien Blick auf die Bühne zuließ. Auch die ersten Kulissen für Die Dreigroschenoper (1928) und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930) stammten von ihm. Darüber hinaus arbeitete Neher u. a. mit Jürgen Fehling, Max Reinhardt, Erich Engel, Fritz Kortner, Leopold Jeßner und Heinz Hilpert zusammen, unter dessen Intendanz er 1934 bis 1944 am Deutschen Theater arbeitete. Seit den dreißiger Jahren war er auch für die Bühnenbilder von Operninszenierungen – etwa von Walter Felsenstein und Oscar Fritz Schuh – verantwortlich, denen er (etwa bei den Salzburger Festspielen) durch farblich stark vom grau gehaltenen Hintergrund sich absetzende farbliche Akzentuierungen bei Kostüm und Requisite eine eigene optische Ästhetik verlieh. Nach dem 2. Weltkrieg setzte Neher seine Zusammenarbeit mit dem aus dem Exil zurückgekehrten Brecht fort, zunächst in der Schweiz, später dann beim Berliner Ensemble. Er starb am 30.°Juni 1962 in Wien.

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