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Windows Live® Suchergebnisse Friederike NeuberEnzyklopädieartikel
Friederike Neuber, geborene Weißenborn, genannt die Neuberin, (1697-1760), Schauspielerin und Theaterleiterin. Sie wurde am 9. März 1697 im sächsischen Reichenbach im Vogtland geboren. 1727 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann die Neubersche Komödiantengesellschaft, deren organisatorische und künstlerische Leiterin (Prinzipalin) sie bis 1750 war. Ebenfalls 1727 erhielt sie das sächsische Privileg, ein feststehendes Theater in Leipzig zu leiten. In ihren Inszenierungen befreite Neuber die damals beliebte Theaterfigur des Hanswurst von ihrer derb-obszönen Zotenhaftigkeit und ließ sie nur noch in lustigen Vor- und Nachspielen auftreten; 1737 vertrieb sie Hanswurst in einer allegorischen Aktion von der Bühne. Außerdem ersetzte sie das damals im volkstümlichen Theater übliche Stegreifspiel durch eine schriftlich fixierte und genau festgesetzte Dramatik. Dabei legte sie auf sprachlichen Ausdruck (Etablierung der deutschen Hochsprache) und Gebärdenspiel den größten Wert. 1738 setzte die Neuberin erstmals eine von Johann Adolph Scheibe für das jeweilige Stück eigens komponierte Theatermusik ein. Bis 1741 arbeitete sie mit Johann Christoph Gottsched zusammen. Danach trennte sie sich von ihm und gab ihn in Der allerkostbarste Schatz (1741) dem Spott des Publikums preis. Gotthold Ephraim Lessing lernte nach eigener Aussage durch die Neuberin die zum Verfassen von Dramen unabdingbare Theaterpraxis kennen. 1748 wurde Lessings Erstling, das Lustspiel Der junge Gelehrte, von der Neuberschen Komödiantengesellschaft uraufgeführt. Nach zahlreichen Gastspielen im deutschsprachigen Raum und in Russland löste sich die Truppe 1750 auf; der Plan einer Neugründung in Wien konnte nicht verwirklicht werden. Verarmt starb Neuber am 30. November 1760 in Laubegast (heute ein Stadtteil Dresdens). Neben Vorspielen (Ein deutsches Vorspiel, 1734) trat sie als Verfasserin von Gelegenheitslyrik und Schäferdichtung hervor.
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