Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Nitratbelastung", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Nitratbelastung

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Nitratbelastung

Enzyklopädieartikel
Multimedia
KopfsalatKopfsalat

Nitratbelastung, die durch den übermäßigen Eintrag von Nitraten in Böden und Gewässer verursachte Belastung von Ökosystemen. Diese führt u. a. zur Eutrophierung der Oberflächengewässer und zu einer deutlichen Verschlechterung der Qualität des für die Trinkwasserversorgung unentbehrlichen Grundwassers. Trinkwasser, aber auch pflanzliche Nahrungsmittel mit hohem Nitratgehalt stellen darüber hinaus ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere dar.

Nitrate, die wasserlöslichen Salze der Salpetersäure, kommen in den meisten Böden vor. Sie entstehen dort auf natürliche Weise, indem Mikroorganismen die organische Substanz (hauptsächlich abgestorbene Pflanzenreste) zersetzen. Eine weitere Quelle ist der Eintrag aus der Atmosphäre. Unter natürlichen Bedingungen stellt sich in der Regel ein Gleichgewicht zwischen der Zufuhr von Stickstoff und dem Verbrauch der Vegetation an diesem wichtigen Pflanzennährstoff ein. Landwirtschaftlich genutzte Böden erhalten jedoch häufig durch Düngung mit mineralischen und organischen Stickstoffdüngern weit mehr Nitrate, als die Pflanzen in der Vegetationsperiode verbrauchen können. Ein Teil der Nährstoffüberschüsse wird von nitrophilen (stickstoffliebenden) Pflanzen – manche Salate und Gemüse (z. B. Spinat, Rote Rübe und Grünkohl) – aufgenommen. Sie enthalten daher überdurchschnittlich hohe Konzentrationen an Nitraten.

Im Unterschied zu anderen Pflanzennährstoffen werden die wasserlöslichen Stickstoffverbindungen in den meisten Böden nicht gebunden, sondern vom Sickerwasser leicht ausgewaschen. Ein Teil davon gelangt ins Grundwasser. Die Grenz- und Richtwerte für Nitrate in den Grundwasservorkommen (50 bzw. 25 Milligramm pro Liter) werden deshalb vielerorts erheblich überschritten. In Mitteleuropa sind vor allem die Gebiete betroffen, die erstens sandige oder flachgründige, wasserdurchlässige Böden besitzen und in denen zweitens intensive Viehzucht mit einem entsprechend hohen Eintrag z. B. von Gülle betrieben wird. Dazu gehört nahezu der gesamte Nordwesten Deutschlands.

Nitrate an sich gelten nicht als gesundheitsgefährdend. Ein Teil des mit dem Trinkwasser und der Nahrung aufgenommenen Nitrats wird jedoch im Körper in giftige Nitrite umgewandelt, die besonders bei Säuglingen die so genannte Blausucht mit lebensgefährlichem Sauerstoffmangel verursachen. Zudem können sich Nitrite im Verdauungstrakt mit bestimmten Aminen zu den krebserregenden Nitrosaminen verbinden.

Vorrangige Maßnahme gegen die Nitratbelastung ist die Verringerung der Zufuhr nitrathaltiger Düngemittel. Die EU-Grundwasserrichtlinie bzw. Nitratrichtlinie will damit die Grundwasserqualität in den Mitgliedsstaaten bis spätestens 2015 flächendeckend verbessern. Neben kleineren, dem Bedarf der Pflanzen angemessenen Düngergaben sind auch Ausbringungsverbote stickstoffhaltiger Dünger in den Herbst- und Wintermonaten ein wirksames Mittel, um die Belastung der Ökosysteme zu mindern. Kurzfristige Erfolge werden allerdings nicht erwartet, denn die mittleren Aufenthaltszeiten ins Grundwasser eingewaschener Stickstoffverbindungen betragen mehrere Jahrzehnte.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft