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Organisation

Enzyklopädieartikel

Organisation, in den Sozialwissenschaften ein soziales Gebilde mit einer eigenen Struktur, in der Betriebswirtschaft ein formales System zur Steuerung betrieblicher Aufgaben. In der Biologie bezeichnet Organisation den Bauplan eines Organismus. In der Soziologie hat der Begriff Organisation mehrfache Bedeutung: Er kann eine soziale Organisation bezeichnen, ein Synonym für Verbände und freiwillige Vereinigungen sein oder Gegenstand der Organisationssoziologie.

Die soziale Organisation einer Gesellschaft bezieht sich auf deren gesamte Lebensordnung: Familien, Stände oder Klassen, die Herrschafts- und Wirtschaftsstruktur sind Elemente dieser sozialen Organisation. Hier sind nicht nur die äußere Ordnungsform sondern der ständige Wandel und die Weiterentwicklung in einer Gesellschaft gemeint. Der Begriff Organisation als Synonym für freiwillige Vereinigungen oder Verbände betrifft Gewerkschaften, Parteien, Genossenschaften oder Freizeitvereine. Organisation als zentraler Gegenstand der Organisationssoziologie bezieht sich auf alle sozialen Gebilde, in denen eine Mehrzahl von Menschen zu einem bestimmten Zweck bewusst zusammenwirken. Das beinhaltet, dass es neben den geplanten, zielgerichteten Prozessen innerhalb einer Organisation auch ungeplante, wechselseitige Beziehungen der Menschen gibt.

Die Einteilung nach Organisationsgraden geht von der Art der Kooperationsbeziehungen in einer Organisation aus. Diese können von losen Beziehungen (z. B. Tauschhandel) bis zu einem andauernden, regelmäßigen, festen Beziehungsgefüge (z. B. wirtschaftlicher Produktionsbetrieb) reichen. In der betriebswirtschaftlichen Organisationslehre wird Organisation als zweckgerichtete, dauerhafte Tätigkeit von Menschen gesehen. Grundvoraussetzung ist eine arbeitsteilige Ordnungsform der Produktion. Dieser Organisationsbegriff lässt jedoch die (spontanen) sozialen Bedürfnisse der Menschen, d. h. die informelle Organisation (z. B. informelle Gruppen), außer Acht.

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