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  • Deutsche Ostsiedlung – Wikipedia

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Ostkolonisation

Enzyklopädieartikel

Ostkolonisation (Deutsche Ostsiedlung), Siedlungsbewegung aus dem Reichsgebiet in den von Slawen besiedelten Osten und Südosten Europas. Als langfristiger, sich in mehreren Phasen vollziehender Expansionsprozess hielt sie etwa vom 8. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts an. Initiiert wurde sie von Fürsten und Bischöfen in den Grenzgebieten und Missionsbistümern, sowohl zum Zweck der Christianisierung der slawischen Völker als auch zur Erweiterung ihrer eigenen Hausmacht. Nach einer ersten Kolonisationsphase riefen auch christianisierte Slawenfürsten Bauern, Händler, Handwerker und Ritter in ihr Gebiet, um Städte zu gründen und das Land zu erschließen. Neben den Mönchsorden der Zisterzienser und Prämonstratenser, die sich der Missionierung des Ostens widmeten und Klöster gründeten, spielten die geistlichen Ritterorden der Templer, Johanniter und vor allem der Deutsche Orden eine Vorreiterrolle. 1225 erhielt der Deutsche Orden mit dem Culmer Land die Grundlage für seinen Ordensstaat sowie eine Ausgangsbasis für seine Ostexpansion. Der Orden gründete Städte, die als Stützpunkte der Hanse Handels- und Seeverbindung zum Reich knüpften. Die deutsche Siedlungsbewegung, die das Reichsgebiet um fast zwei Drittel vergrößerte, lief angesichts zunehmenden Widerstands der einheimischen Bevölkerungen und vermutlich im Zusammenhang mit der Großen Pest um 1350 aus. Als direkte Folge verlagerte sich der Schwerpunkt der deutschen Politik nach Osten, so dass sich Preußen als Führungsmacht herausbilden konnte.

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