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Georgij Plechanow

Enzyklopädieartikel

Georgij Plechanow (1856-1918), russischer Sozialrevolutionär.

Georgij Walentinowitsch Plechanow wurde am 11. Dezember 1856 als Sohn eines adligen Grundbesitzers in Gudalowka (Lipezk, Russland) geboren. Er engagierte sich zunächst bei den Narodniki (russisch: Volkstümler), einer Gruppe russischer Intellektueller, die einen bäuerlichen Urkommunismus mit Dorfkommunen anstrebten, und übernahm nach ihrer Spaltung 1877 die Führung der moderaten Gruppe „Schwarze Umverteilung”. Im Schweizer Exil (ab 1880) gründete Plechanow die marxistisch orientierte Gruppe Oswoboschdenije truda (russisch: Befreiung der Arbeit) und wurde 1889 zum russischen Delegierten bei der 2. Internationale ernannt. Als Mitglied der Exekutive der Internationale (bis 1904) stand er im engen Kontakt mit Lenin, gründete mit ihm 1900 in Leipzig die Zeitschrift Iskra (russisch: „Der Funke”), geriet aber beim innerparteilichen Richtungsstreit immer mehr in Gegensatz zu Lenin und schloss sich nach der Spaltung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands 1903 nicht den Bolschewiki um Lenin, sondern den gemäßigteren Menschewiki an. 1917 kehrte er nach Russland zurück. Er starb am 30. Mai 1918 in Terijoki (Selenogorsk). Plechanow gilt als einer der bedeutendsten Theoretiker des russischen Marxismus.

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